über das Erhabene und Schöne.
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beiden weiß/ ob es mehr Vergnügen erhält oder mittheilt °). Und aus'dieser ähnlichen Erscheinung kömmt cS, daß man den Beischlaf zu ei-ner Art von Liebe gemacht. Er ist cS auch in den kurzen Augenblickenseiner Dauer wirklich, und vielleicht die intimste Liebe in der gan-zen Natur.
Bon dem Hasse.
Die Schwierigkeiten bey der gemeinen Erklärung der Hasses schei-nen mir noch weit größer zu seyn, als bey der gemeinen Erklärungder Liebe.
Der Haß, sagt man/ ist das Vermögen (clispositio) der Seele/auS eines andern Unglück Vergnügen zu schöpfen °°).
Unglück ist Unvollkommenheit — Und also können wir auch ausdev Unvollkommenheit Vergnügen schöpfen? und also ist das Ver-
°) Ich kann mit dieser Erklärungsart noch nicht völlig einstimme»,Folgende Beispiele scheinen mir ihre Unzulänglichkeit darzuthun,
t) Die Liebe zu den Kinder», die bcv vielen Leuten heftiger Affekt ist.--
2) Die Freude nber die Unwisscnbcit meines Freundes in Anschiuig einerGefahr, die ihm bevorstehet. Wir unterscheiden uns i» diesem Falleauch allzndcnllich.
3) Wir personisicircn öfters das mcnschlichc Geschlecht, unser Vaterlandu. f. w. und ertheilen dem abstrakte» Begriff vom Mcttschc» überhauptoder von dem Baicrlandc die Individualität, um a» dessen SchicksaleTheil zu nehmen. Nach der Wölfischen Erklärung läßt sich dieses leichtbegreife». Wollen Sie aber behaupte», daß wir uns von dieser erdich-tete» Person nicht uuterscheidcn können?
4) Der Mensch befindet sich in dem Zustande der vcrrwirrlcn Begriffe,wenn er seine Vorstellungen zwar von sich, aber nicht vo» einanderunterscheiden kann. Er bleibt sich alsdann seiner bewußt, aber dieDinge die er sich vorstellt, kann er nicht von einander nnlerschridc».Zn dem Zustande der völlig dunklen Begriffe aber, könne» wir dieVorstellungen sogar von uns selbst nicht unterscheiden, und das Bcwnßiscv» hört ans. Wolle» Sie also annehmen, daß sich bcv derLiebe alle Misere Vorstcllungcn völlig verdunkeln, dergestalt, daß sie so-gar das Bcwußlscvn ausheben? Die allergrößte Achulichkcit der Vor-stellungen mit uns selbst hrbt das Bewußtseyn nicht auf, daß wir nichtdas ittnig sind, was wir uns vorstellen; sonst wurde sie unsere Bc-griffe völlig verdunkeln, welches doch bey der Liebe nicht geschieht, wennsie nicht mit einer körperliche» Wollust verbunden ist. Zst aber dieses,so hat die Verdunkelung gewiß eine» ganz andern Grnnd, als dieAchnlichtcit. Mendelssohn .