Über den Phäder.
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Bey dem Fontaine sind die vier letzten Zeilen das beste; unddie übrige Erzehlung taugt nichts.
In dem Griechischen, ist statt der Jäger ein Löwe, welches dereinzige Unterschied ist, den cS mit der lateinischen Fabel hat.
43. Fabel.
In den Griechischen Fabeln, des Avhthonius ausgenommen, ist,weit schicklicher, anstatt des Käses, ein Stück Fleisch. Denn diesesläßt sich ohne Zweifel weit leichter im Schnabel wegtragen, als jener.
Die erste von den griechischen ist die artigste, weil die Lehre, dieder Fuchs dem Raben giebt, gleichwohl noch mit seinen Schmeiche-leycn zusammen hängt. Erst sagt er, er verdiene über alle zu regie-ren, wenn es ihm nicht an der Stimme fehle; und hernach, wennes ihm nicht am Verstände fehle.
Beym Fontaine spricht der Sitlenlchrer allzusehr durch den Fuchs.
Die zwey letzten Zeilen bey dem Phäder sind überflüßig und schlecht.
14. Fabel.
Die vierte und fünfte Zeile müßen nothwendig eingeflickt seyn, undes wundert mich, daß dieses noch niemand bemerkt hat. Denn manmag nun die Krankheit auf den König oder auf den Schuster ziehen,so ist dieser Umstand doch höchst unsinnig angebracht. Der Zusam-menhang und die Construction leidet auch nicht daS geringste, wennman sie wegläßt.
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Ne6ic!n!im ignolo laeerv coepillot looo,vornlitgret tsllo imlillotum nomioe,
livx urliis, eins exveriooili xistia >^c.
15. Fabel.
Diese Fabel ist eine von den schönsten d»s Phäders, und findetsich in dem Griechischen nicht.
Der Eingang der Fontainschcn Nachahmung taugt nichts, und ver-dirbt viel. Denn es war doch ein großes Verdienst des Alten gegenden Esel, daß er ihn auf eine so schöne Weide brachte.
1k. Fabel.
Diese Fabel kömmt im Griechischen nicht vor; aber sie ist auchsehr »litlelmäfiig.