zu Winkclmaims Geschichte der Kunst.
121
aus der Stelle des pausanias (1^. VII. p. 633.) erhellt, die der la-teinische Uebersetzer aber nicht verstanden zu haben scheint."
Zu S. 327., wo gesagt wird, daß auch die aus Athen mit ihren Kin-dern nach Trözene geflüchtete» Weiber an der Unsterblichkeit durch Sta-tuen öffentlich verehrt zu werden, Theil gehabt hätten, setzt K. hinzu:„Nicht alle, sondern nur die vornehmste» derselben, wie pausanias indem Verfolge der angezogenen Stelle (I.. 2. p. 186.) selbst beibringt."
16.
Zu S. 363. bemerkt Lcsstng/ was er auch schon im LaokoonfBand VI, S. 64-Z) erinnert hat, daß Tauviskus nicht aus Rhodus,sondern aus Tralles in Lydicn gebürtig gewesen sei. „ VVinkelmannsIrrthum schreibt stch ohne Zweifel daher, daß er beim plinius vondiesem Kunstwerke gelesen zu haben sich erinnerte: ex eoclem Ispicle,lilwclc» aclvecla opi^a ^vollooii e> ^sui-isei. ?as Werk war ausRhodus nach Rom gekommen. Apollonius und Taurisr'us warenBrüder, die eine so große Hochachtung für ihren Lehrmeister in derKunst hatten, daß sie sich auf ihren Werken lieber nach ihm, als »achihrem leiblichen Vater »eunen wollen. Denn nichts anders kann pliniusmeinen, wenn er von ihnen sagt: pareuluw !i eeilsmen <i«z 5e leeere.kleoeorglem villeii, prokesli, seei el?e oaluislem ^rlemiclorum. —
„Daß die asiatischen Künstler (wie Vv- S. 367. sagt) denen, diein Griechenland geblieben, den Vorzug streitig gemacht haben: davon,sagt L.< wünschte ich ein anderes Zeugniß angeführt zu sehe», als dasAngeführte des Theophvast. Unmöglich kann es W. selbst nachgese-hen haben. Denn erstlich würde er schwerlich cc-^i. cilirt haben,welches nur von den Ausgaben vor dem Rasauvonus zu verstehenist, der, wie bekannt, aus einem Heidclbcrgischcn Manuskripte »ochfünf Kapitel hinzufügte; daß also iu den neuern Ausgaben die Stelle,auf die es hier ankommt, in dem 23sten Kapitel zu suchen ist. Zwei-tens, welches das Hauptwerk ist, würde er unmöglich, was Theo-phrast einem Prahler in den Mund legt, zu einem glaubwürdigenBeweise gemacht haben, „Cin Prahler, (-»^«^-o,>) sagt Theophrast ,„wird sich dessen und jenen rühmen; er wird dem ersten dem besten,„mit dem er auf dem Wege zusammenkonimt, erzählen, daß er unter„dem Alexander gedient; wie viel reiche Becher er mitgebracht; er„wird behaupten, daß die asiatischen Künstler denen in Europa weit„vorzuziehen sind." Nämlich um den Werth seiner Becher, die eraus den asiatischen Fcldzügcn mitgebracht, desto mehr zu erheben. —Was beweiset nun diese Ausschncidcrci hier für unsern Verfasser?Wenn sie ja etwas beweiset, so beweiset sie gerade das Gegentheil."--