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11 (1839)
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120
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Aiimcrknnac»

15.

Ueber die S. 319. angefnhrten Runstschulen des Alterthumserinnert L. folgendes:Wenn Schule» hier Folgen von Künstlernheißen, die einem gewissen Stile folgen, und in diesem Stile unter-richten, so war wenigstens Korinth keine solche Schule. Denn wirlese» nirgends, daß die korinthischen Kunstwerke einen eigenen Stil,^o-cov ^? k^a?l«5, wie es pausamas nennt, gehabt hätten. DerStil der korinthischen Künstler war Anfangs unter dem Helladischen,und hernach unter dem Attischen Stile begriffen."

Die (S. 320. u. 3) angezogene Stelle des plinius (I.. 35. c. 3t>.)hätte Vv- bei diesem seinem Abschnitte von den griechischen Schulen zumGrunde legen sollen; und er würde Lerter, wo bloß viel gearbeitet ward,nicht für Schulen ausgegeben haben, plinius aber sagt, daß es An«fangs in der Malerei nur zwei Schulen gegeben habe: die Helladischeund die Astatische; bis öupompnS in der ersten eine Trennung verursachthabe, und die Helladische Schule in die Sicyonische und Attische unter-schieden worden. Schon aus diesem Zeugnisse des Plinius ist es alsoklar, daß die Aeginetische und Korinthische Schule keine Schulen indem angegebenen Erstände gewesen, lind warum gedenkt der Verfasserder Asiatischen oder Ionischen Schule so gaiij und gar nicht? Ohne Zwei-fel, um sein Lieblingssystem, daß die Kunst und die Freiheit bestän-dig einerlei Schritt gehalten, nicht zweifelhaft zu mache». Tcr vor-nehmste Sitz der Ionischen Schule scheint in RhoduS gewesen zu sein."

5V. glaubt S. 321., daß sich schon in ganz alten Zeiten eineSchule der Kunst ans der Insel Aegina angefangen habe, wegen derNachrichten von so vielen alten Statuen in Griechenland , im ägincti-schen Stile gearbeitet.(5s ist wahr, sagt L-, pausanias gedenktcu)<»^ixl-ii' ktz^v, rr gedenkt eines Stils, « wl)>n'^txo;

^L^vllv. Aber dem ungeachtet kann man nicht berechtigt sein,hieraus eine besondere Schule zu machen, wenn man nicht das Zeug-niß des plinius ganz umstoße» will. Man muß vielmehr den pau-saniao mit dem plinius zu vergleichen suchen: welches am besten ge-schehen kann, wen» man annimmt, daß man durch die Benennung desäginetischcn Stils nur gewisse alte Werke unterschieden habe, die langevor der Stiftung aller Schule» gemacht worden. Denn Schule» i»dem beigebrachten Verstände lassen sich überhaupt nicht eher denken,als bis die Kunst zu einer gewissen Ziollkonimcnhcil gelangt ist, bisdie Meister nach festen Grnndsätzen, und zwar Jeder nach seinen eige-nen, zu arbeite» anfangen. Werte vor dieser Zeit hießen also bei denEricchen äginetische, oder attische, oder ägyptische Werke; wie