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Zum !»!aokoon.
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Und dieses ist auch der einzige wahre Nutze», den die Künstleraus den Dichtern ziehen sollten. Gedichte sollen für sie gleichsam un-endliche Augen mehr, und eine Art von Vergrößerungsgläsern seyn,durch welche sie Dinge bemerken können/ die sie mit ihren eigenenbloßen Augen nicht würden unterschieden haben.
I>. 12 betrachtet Richardson die bildenden Künste von der Cam-ineralscite, in wie fern sie die Reichthümer eines Landes vermehren.ES ist wahr, der Künstler verarbeitet sehr wenig, und eben nicht kost-bare Materialien, und macht etwas daraus was unendlich mehrwerth wird.
Allein wenn sich dadurch die Cammcralisten wollten verleiten laßen,die Mahlerey Fabrikenmäßig zu unterstützen und arbeiten zu laßen,so wäre der Verfall der Kunst und die Verderbniß des Geschmacks nichtallein unvermeidlich, sondern am Ende würde auch die Arbeit nichteinmal so viel werth seyn, als die verarbeiteten Materialien.
p. 38. Exemvcl, wo sich Raphael so wohl von der natürlichen,als historischen Wahrheit entfernt hat. Von jener in einem seinerCartons in Hamptoncour, wo er den wunderbaren Fischzug vorstellt,und die Barke für die Menge der darauf befindlichen Personen viel zuklein macht. Von dieser gleichfalls in einem Carton von dem von Pe-tra und Johanne curirteu Gichtbrüchtgen vor der Thüre des Tempels,genannt die Schone, wo er figurirte Sculen angebracht hat.
Allein eS ist zwischen beyden Abweichungen ein großer Unterschied;diese vermehrt die gute Wirkung, jene verringert sie. Nehmlich ineinem bloß natürlichen Auge. Jene ist allen Mensche» anstoßig, diesenur den Gelehrten.
p, 43. ES hat, sogar große, Mahler gegeben, welche in ein einzi-ges Gemählde die ganze Folge einer Geschichte zu bringen gesucht ha-ben. Wie z. E. Titian selbst, die ganze Geschichte des Verlornen Soh-nes, von der Verlassung seines väterlichen Hauses, bis zu seinem Elende.Richardson sagt, diese Ungereimtheit sey dem Fehler gleich, welchenschlechte dramatische Dichter begehen, wenn sie die Einheit der Zeitübertreten, und ganze Jahre ein einziges Stück dauern lasse».