4Z8 Zum Laokoon.
cm symbolisches Bild; ich bin mir der Zeichen dabey bewußter/ als derbezeichneten Sache; ich muß die verjüngte Figur in meiner Einbil-dungskraft erst wieder zu ihrer wahren Größe erheben, und diese Ver-richtung meiner Seele, sie mag noch so geschwind, noch so leicht seyn,verhindert doch immer, daß die Intuition des Bezeichneten nicht zu-gleich mit der Intuition des Zeichens erfolgen kann.
Man dürfte vielleicht einwenden: „Die Dimensionen der sichtba-ren Dinge, sofern sie gesehen werden, sind wandelbar; sie hängen vonder Entfernung ab, und cS giebt Entfernungen, in welchen eine mensch-liche Figur nur eine Spanne, einen Zoll groß zu seyn scheinet; welchemnach man auch nur anzunehmen braucht, daß diese verjüngte Figuraus dieser Entfernung genommen sey, um die Zeichen für vollkommennatürlich gelten zu lassen."
Allein ich antworte: in der Entfernung, in welcher eine mensch-liche Figur nur von der Größe einer Spanne oder eines Zolles zuseyn scheinet, erscheinet sie auch undeutlicher: das ist aber bcv den ver-jüngten Figuren in dem Vorgrunde kleiner Gemählde nicht, und dieDeutlichkeit ihrer Theile widerspricht der annehmlichen Entfernung,und erinnert uns zu lebhaft, daß die Figuren verjüngt und nicht ent-fernt sind.
ES ist hiernächst bekannt, wie viel die Größe der Dimensionen zudem Erhabnen beyträgt. Dieses Erhabene verliert sich durch die Ver-jüngung in der Mahlerey gänzlich. Ihre größten Thürme, ihre schrof-fcstcn rauhesten Abstürze, ihre noch so überhangende Felsen, werdenauch nicht einen Schatten von dem Schrecken und dem Schwindel erre-gen, den sie in der Natur erregen, und den sie auch in der Poesie ineinem ziemlichen Grade erregen können.
Welch ein Gemählde beym Sh^espeau, wo Edgar den Glosteuauf die äußerste Spitze des Hügels führt, von welcher er sich herab-stürzen will!*
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