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11 (1839)
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Zum Laokoon.

Der Glanz des Schildes, der Vorgrund; der Glanz/ den die Schiffererblicken, der zweyte; das Feuer auf den Bergen, welches diesenGlanz verursacht, der dritte; die Freunde, von welchen sie fern aufdem Meere herumgetrieben werden, der vierte.

XII.

p. 306.°)

plinius, sagt Herr Winkelmann, berichtet, daß man unter deinNero nicht mehr verstanden, in Erzt zu gießen, und er beruft sichauf die Colossalische Statue dieses KayscrS vom Zenodorus, dem e«bey aller seiner Kunst in dieser Arbeit nicht gelingen wollen. ES istaber hieraus, wie Dona« und Nardini wollen, nicht zu schließen,daß diese Statue von Marmor gewesen,"

ES ist gewiß, daß Donati und Nardini die Stelle des PliniuS,auf die cZ hier ankömmt, nicht verstanden und eine Unwahrheit darausgeschlossen haben. Aber auch Herr Winkclmann muß sie mit der gehörigenAufmerksamkeit nicht erwogen haben, oder er hätte sich anders ausgedrückt.ES soll dem Zenodorus mit dieser Statue nicht geglückt seyn? Wosagt dieses plinius? Er rühmt vielmehr von ihm, daß er in seinerKunst keinem Alten nachzusetzen gewesen, daß sein Werk eine ungemeincAehnlichkeit gehabt, daß er schon vorher seine Gcschicklichkcit durchGießung eines Solossalischen Merkurs bewehrt. Und die Bcwetteifcrungder folgenden Kayser, dem Nero keinen Antheil der Ehre an dieserStatue zu lassen, sie der Sonne zu weihen, den Ncronischen Kopfmit Köpfen ihrer Bildung zu vertauschen, sie mit unermeßlicher Mühevon ihrem Orte wegbringen und anderSwo aufrichten zu lassen: waskann man anders daraus schließen, als daß es ein Werk von ganz be-sonderem Werthe gewesen seyn müsse? PliniuS sagt zwar: I5s l'Ialuainäieavit mteriille kunclenüi seris le!enlii>m. Allein diese Worte sindeS eben, die man mißdeutet. Man findet darinn den Verlust derKunst, in Metall zu gießen, da nichts darinn liegt, als der Verlustder Kunst, diesem Metalle eine gewisse Mischung (temperst ui-am veri«)zu geben, welche man in den alten Kunstwerken dieser Art zu seynglaubte. ES fehlte dem Zenodorus an einem chymischcn Geheimnisse;nicht an der plastischen Geschicklichkeit. Und zwar bestand dieses chy-mische Geheimniß darinn, daß die Alten das Kupfer, aus welchem sieihre Bildsäulen gössen, mit Gold und Silber sollen gemischet haben:«Zli0ll6sm -es eolllulum suro arKeotorluo milcel>atur. (t) Dieses

°) i» Winkclmanns Geschichte der Kunst,(t) r-Iin. Ii<>. »4. leel. 3. eMl. «arcl.