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Zum Laokoon. ^63
Geheimniß war verloren gegangen, und zur Mischung des Kupfers,deren sich die damaligen Künstler bedienten, kam nichts wie Bley,wie PliniuS selbst diese Mischung deutlich crzehlet. (2) Nunmehr leseman die obige Stelle ganz- La twlua mö'ieavit ioterille kull6eaiiigeris 1'eientiain, cum et IXero /ai'Aii'i aui'um ai'A'en/itM^ue psra-tu« eilet, et Xeno<loru8 seienlia Lvßelllii coelsncli^us oulli vete-rum pottpooeielui-. (3) Umsonst wollte der verschwendrische NeroSilber und Gold dazu geben; der Künstler konnte es nicht brauchen;er verstand nur eine weit geringere Temperatur; aber der zeringereWerth des Metalles worinn er arbeitete, hatte keinen Einfluß aufseine Kunst; in dieser wich er keinem Alten; Plinius sagt es; Pli-niuS hatte sein Werk; ihm müssen wir glauben.
„Der schöne Seneca in Erzt, sagt Herr Winkelmann in einer„neuen Schrift', den man kürzlich im Herculano entdeckt, könnte„allein ein Zeugniß wider den PliniuS geben, welcher vorgiebt, daß„man unter dem Nero nicht mehr verstanden habe, in Erzt zu gießen."— Wem können wir, wegen der Schönheit dieses Werkes sichrer trauenals ihm? Aber, wie ich gezeigt habe, er streitet mit einem Schatten;Plinius sagt das nicht, was er ihn sagen laßt. Ich weis den Ortzwar wohl, auf den sich Herr Winkelmann noch beruffen könnte; wonehmlich PliniuS von der kostbaren Mischung des alten ErzteS redetund hinzusetzt, et Ismen ars nreliollor ei-gt: liune meertum elt,pejor Iioee M, sa watei'ia. Aber er spricht vcrglcichungSweise, undman muß ihn von den meisten, nicht von allen Werken seiner Zeit ver-stehen, weil er selbst dem Zenodorus ein besseres Zeugniß ertheilet,und der Meister des erwähnte» Scncka gleichfalls ein besseres verdienet-
XIII.«)
Einzelne Gedanken zur Fortsetzung meines Laokoon.
Ich behaupte, daß nur das die Bestimmung einer Kunst seynkann, wozu sie einzig und allein geschickt ist, und nicht das, was an-dre Künste eben so gut, wo nicht besser können, als sie. Ich findebey dem Plutarch ein Gleichniß, das dieses sehr wohl erläutert. Wer,sagt er (lle ^uM. p. 43. eäit Xz?I.), mit dem Schlüssel Holz spcl-len und mit der Art Thüren öffnen will, verdirbt nicht sowohl beydeWerkzeuge, als daß er sich selbst des Nutzens beyder Werkzeuge beraubt.
(2) I. c. leot. S0. '
(3) I. o. lsot. t8.
° Nachrichten von den neuesten Hcrcnlanischcn Entdeckungen S. 33.°) Dieses Sliick findel sich umer Herr» Fricdlanbcrs Papieren nicht.
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