Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
164
Einzelbild herunterladen
 

164

Zum Laokoon,

Nach dem Petit mußte nothwendig das Kunstwerk später sey»/ alsdie Beschreibung VirgilS: denn er will/ daß die ganze Episode desLaokoon eine Erfindung des VirgilS sey, (Wleeil. oblerv. IV.cap. XIII. p. ) lamelli 8erviu» reveia üoe I^socoonti aeei»mll'v ex Lupuolione rekvrt: eiunil »iaculum contraxillet coeumlooum uxore gute limulserum numims. verolimilius Ismen est, sklarooe doe totum suijle inverilum, ao pro macüioa ioduetum<iua m'^llum vir>6ice noelum expliearet, izuomoelo viclellcet suliliot 1?roj!mi tam enormem et eoncsvam limulacri compgxem tror>8-kerio ia urdem <^e. Allein diese Meinung deS Petit ist leicht zu wi-derlegen: indem der Spuren der nehmlichen Geschichte des Laokooubey frühern und zwar griechischen Scribenten, eben so viele als klareund deutliche sind.

XIV.

XXX. Herr Winkclmann hat sich in der Geschichte der Kunst nähererklärt. Auch er bekennet/ daß die Ruhe eine Folge der Schönheit ist.

Nothwendigkeit sich über dergleichen Dinge so präcis auszudrückenals möglich. Ein falscher Grund ist schlimmer als gar kein Grund.

XXXI. Herr Winkclmann scheint dieses höchste Gesetz der Schön-heit blos aus den alten Kunstwerken abstrahirt zu haben. Man kannaber eben so unfehlbar durch bloße Schlüsse darauf kommen. Dennda die bildenden Künste allein vermögend sind/ die Schönheit derForm hervorzubringen; da sie hierzu der Hülfe keiner ander» Kunstbedürfen; da andere Künste gänzlich darauf Verzicht thun müssen: soist cS wohl unstreitig/ daß diese Schönheit nicht anders als ihre Be-stimmung seyn kann.

XXXII. Allein zur körperlichen Schönheit gehöret mehr/ alsSchönheit der Form. ES gehört auch dazu die Schönheit der Farben/und die Schönheit des Ausdrucks.

Unterschied in Ansehung der Schönheit der Farben zwischen (5ar-nation und Colorirnng. Carnation ist die Colorirung solcher Gegen-stände, welche eine bestimmte Schönheit der Form haben, also vornehm-lich des menschlichen Körpers- Colorirung ist der Gebrauch der Lo-cal-Farben überhaupt.

Unterschied in Ansehung der Schönheit des Ausdrucks, zwischentransitorischem und permanentem. Jener ist gewaltsam, und folglichnie schön. Dieser ist die Folge von der öftcrn Wicdcrhohlung des er-stern, verträgt sich nicht allein mit der Schönheit, sondern bringt auchmehr Verschiedenheit in die Schönheit selbst.