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11 (1839)
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Ueber die Ahnciibilder der Römer .

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kaustischen Malercy halten könne. Hier sind die Gründe meinerMuthmaßung."

Ein Wort, ehe wir uns durch diese Gründe überzeugen lassen.Es ist falsch, daß man diese Bilder bisher allgemein für aus Wachsbosstrtc Bilder angesehen habe; für wächserne Bilder wohl, aber nichtfür ans Wachs bosstrte. Herr Rloy hat keinen Schriftsteller gefunden,der stch eine andre Vorstellung davon gemacht hätte; aber ich wohl.Beydes wird sich weisen. Nun zu den Gründen!

Erstlich, wie kann man glauben, daß die Römer gerade unterallen Materien, woraus sich Bilder verfertigen lassen, diejenige er?wählt haben sollten, welche der Vergänglichkeit am meisten unterwor-fen ist? Es war ihnen daran gelegen, daß die Bilder ihrer Vor-fahren erhalten würden, und viele Jahre hinter einander ihre Vorsälezierten. Würden sie nicht lieber Marmor oder Erz genommen haben,als das zerbrechliche und weiche Wachs, wenn sie nicht eine andreArt Bilder gekannt hätten, die, bey der Dauerhaftigkeit und Festedes Marmors und ErzcS, gleichwohl die wegen gewisser Umständenöthige Leichtigkeit der bossirten Bilder besaßen."

Man verschießt die stumvfesten Pfeile zuerst. Wachs bestehtallerdings aus trennbaren Theilen, und ist daher in seinen Formenvergänglicher, als Marmor und Erz. Bildet sich aber Herr Rloizdem ungeachtet die Vergänglichkeit des Wachses nicht weit größer ein,als sie wirklich ist? Und wie? wenn es den Römern bey ihren Ahnen-bildern, außer der so lang als möglichen Dauer, noch nm eine andreEigenschaft zu thun gewesen wäre, außer der diese Dauer von keinemWerthe ist, und die sich vorzüglich an dem Wachse, weit weniger andem Erze, und an dem Marmor ganz und gar nicht findet? DieseEigenschaft wird Herr Rloy glauben, sey die Leichtigkeit. Nichtsweniger. Doch, ich muß ihn seinen zweiten Grund erst vortragenlassen, ehe ich mich umständlicher über das alles erklären kann.

FwcytenS: die alten Schriftsteller melden uns, daß diefc Bildernicht allein sehr lange sich erhalten habe»; (tüc. in pilon. e. 1.Oviel. ^mor. I. 8. ^uvcual. VIII. 18. 8eneea, ori. 14.

IXon luoil noliilem aliiuin Plenum /'««in//« ima^inilius.) sondernauch bey Begräbnissen der Verwandten, öffentlich sind vorgetragenworden. (lVIeurüus i!e dunere, o. Wie kann man dieses von

bossirten Bildern behaupten, die der Regen, der Wind und dieSonnenhitze gar bald würde haben zernichten müsse»? Hingegendie cnkausiischc Malerei) widerstand allen Widerwärtigkeiten der Zeit,der Lnft und des Uugcwittcrs, und kounlc weder von der Sonne,