Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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188
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Ueber die Ahnciibildcr der Römer .

noch von dem Meersalzc, beschädigt werden. (l'Iin. XXXV. 4.huse ^ieiura in vaviuug nee lole, »eo s»Ie ventislzuv eor-,,1'umuitui'.) Man berichtet nns auch von den neuern Werken dieserMalcrcy, daß die Farben sehr sicher und dauerhaft sind; daß sie sichsogar waschen lassen, und noch folgende Eigenschaft haben. Nehm-lich, man hat diese Gemählde an Oertern, wo üble Ausdunstungensind, oder auch vom Rauch der Kamine anlaufen lassen. Wenn mansie aber wieder in den Thau gesetzt, so find sie so rein und glän-zend worden, als ob sie aus der Hand des Malers kämen. Derglci-chen Bilder waren also jene mit Rauch bedeckte (lumol'ao imaxzines)und bey den Begräbnissen gebrauchte Bilder. Ich sollte glauben,der einzige Umstand vom öffentlichen Herumtragen derselben, hätteauch jede Vermuthung, daß cS bossirte Bilder gewesen wären, ver-hindern sollen."

Dieser zweyte Ernnd sagt nicht viel mehr, als der erste. Siegründen sich beyde auf der Dauer und Leichtigkeit, welche die Ahncn-bilder gehabt, und haben müssen; zwey Eigenschaften, die sich nichtan in Wachs bossirtcn Bildern, wohl aber an cnkanstischen Gemäl-den finden können. So meint Herr Rloy. Aber, wie ich schon ge-sagt habe, die Dauer war weder das Einzige noch das Erste, wasdie Römer an ihren Ahncnbildcrn verlangten. Sie verlangten etwas,was die cnkaustischcn Gemälde eben so wenig gewähren konnten, alsdie Bilder in Marmor und Erz. Au dieses hat Herr Rloy garnicht gedacht, und scheint auch nicht den geringsten Begriff zu habe»,wie und wodurch c§ zu erlangen war. Man soll es bald hören.Beyläufig nur noch ein Wort von den Beweisstellen des Herrn Aloiz.Die allen Schriftsteller, sagt er, melden uns, daß diese Bilder sichsehr lauge erhalten haben/' Welche Schriftsteller? Wo? Zweydavon, Cicero und Sener'a. nennen diese Bilder /umo/«« iroagi-»es; und die andern zwey, <!)vid und Juvcnal, ve/e--e« ceras.Als ob nicht auch in Wachs bossirte Bilder so lange dauern könnten,bis sie räuchricht würden! Das heißt, sich auch die Weichheit undVergänglichkeit des Wachses gar zu groß vorstellen, wenn man glaubt,daß keine bossirte Figuren desselben so lange dauern konnten, daß siedas Beywort ve/ei-o« verdienten. Woher weiß Herr Aloy/ ob dieAlten nicht die Kunst verstanden haben, dem Wachse dnrch gewisseZusätze eine größere Festigkeit zu geben? Und sie habe» sie allerdingsverstanden. Bedienten sie sich nicht des Wachses, die Gefäße, in wel-chen sie Flüssigkeiten aufhoben, besonders ihre Oelgcfäße, damit zu