Druckschrift 
11 (1839)
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189
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lieber dic Ahnenbildcr der Römer.

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verwahren?" Bedienten sie sich nicht des Wachses, ihre Gemälde da-mit zu überziehen, um sie vor dem Nachtheile, den sie durch Luftnnd Wetter leiden könnte», zn schützen?" Hätten sie also nicht auchihre in Wachs bosstrte Bilder auch so zurichten können, daß die Wir-kung der Feuchtigkeit und der Hitze auf sie eben nicht besonders gewe-sen wäre? Sie wurden ja noch dazu in besondern Schränken verwahrt,die nur bey Fcycrlichkeitcn eröffnet wurden; und unter freyen Him-mel kamen sie ja mir bey großen Leichenbcstattuna.cn. Freylich drangder Rauch, welcher in den alriis war, wo die Alten ihren Herd hat-ten, durch diese Schränke, und legte sich so stark und fest an, daß ernicht wohl davon abzubringen war; weil die Dichter sie sonst schwer-lich /»m»/«« imaginos würden genannt haben. Er blieb darauf, undentstellte die Bilder. Und dennoch, was schließt Herr Rloy ans die-sem Rauche? Nach einer ganz sonderbaren Logik, dünkt mich, geradedas Gegentheil von dem, was er daraus hätte schließen sollen. Weiler gelesen, daß die Werke der ncncrn Enkaustik, wenn ste vom Ranchangelaufen, sehr leicht wieder zu reinigen sind; daß sie also mit leich-ter Mühe immer glänzend können erhalten werden: so müssen ihm dicZlhneiibildcr der Alten, die sehr oft das Beywort der berauchren führen,aucl, dergleichen Werke gewesen seyn. Ich, gewiß, hätte nimmermehrso scharfsinnig geschlossen. Vielmehr, eben weil dicse Bilder gewöhnli-cher Weise berauchtc Bilder heißen, so hätte ich geschlossen, daß sievon dem Rauche schwerlich, oder gar nicht, zu reinigen gewesen, daßsie also keine Werke der Enkaustik gewesen, von denen uns noch itztdic Erfahrung überzeugen kann, daß ihnen der Rauch nicht schadet.Oder viclmchr, ich hältc Ranch Ranch seyn lassen, und gar nichtsdaraus geschlossen. Herr Rloy sah aus diesem Rauche eine schöucFlamme hervorbrechen: er ruft, fehl doch! seht doch! Aber ehe wirnoch hinsehe» können, hat der Rauch die schöne Flamme schon wiedererstickt. Geduld! der hellste Glanz steht uns ohne Zweifel noch bevor.Denn Herr Rloy fährt fort:

Drittens: ich habe alle Stellen der Alten, welche von diesenBildern handeln, nachgeschlagen und geprüft. Keine einzige giebtauch nur eine dunkle Nachricht von bossirten Bildern."

Erlauben Sie, mein Herr Geheimcrrath, Ihnen in die Rede zu fal-len. Ich will es fürs erste ans Ihr Wort glaube», daß sie alleStelle» nachgeschlagen und alle geprüft haben. Aber warum wolltenSie durchaus bossirtc Bilder darin finden? Kennt denn ein Mann,

* coliiml-ll», I,. Xll. e. so.°° l>I!n. II. XXXllI 7.