Kleinere antiquarische Fragmente.
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e.°)
Anmerkungen zu Fueßlkns Künstler-Lexikon.
Donat Rascicotti
Nicht Rasciolti, wie er beym Fucßlin heißt, war ein Kupferstecherju Venedig, um 1669. Diese Data finde ich auf einer Sammlungvon Lctavblätlcrn, an der Zahl 14, welche wollüstige Figuren enthal-ten, lauter nackte Nymphen und Weiber aus der Fabel und Bibel,zum Theil unter den Händen geiler Satyrn. Nach wem Rascicottidiese Blatter gestochen, wird nicht angegeben; sie sind aber von sehrrichtiger und schöner Zeichnung.
Crispin de PaS.
Den ich beym F. gar nicht finde, ob er gleich so vieles nach sei-ner und andrer Zeichnung gestochen. Itzt merke ich nur seine Blätter,an der Zahl 6tZ in klein länglich Lctav an, welche Geschichten ausdem Alten Testamente vorstellen: und besonders wegen eines Einfalles,der artig genug ist. Nemlich, die Stücke sind auf die gewöhnlicheKupfcrsicchcrarl schrafsirt und behandelt; nur in verschiedncn von denerstem, wo Gott vorkommt, ist diese Figur Gottes mit bloßen Punk-ten, nach Art des Ouug »lalle!, ausgedrückt, um die mehr demGeiste als den groben Sinnen empfindbare Gegenwart des Schöpfersauszudrücken. — Crispin de PaS, oder wie er auch auf seinen Kup-fern heißt, PassänS, ja auch van de Passe, arbeitete znCölln, wo erunter andern die vier Evangelisten nach Lelcloi'pius Lorlxius auf 4Zolioblältcrn, jeden in halber Figur, herausgegeben.
Abr. Bloemaerl.
Auf seinem Bildnisse nach P. Mvrclsen, das I. Mathan gesto-chen, flehet, daß er IlZW, 43 Jahr alt gewesen. Er muß also 16K7,nicht K9, wie das Fucßlinschc Lczicon sagt, geboren seyn.
Gio. Ghirardini.
Ein Maler, der 1698 nach China reiste, und seine Reise Franjö-sisch, mit untergemengte» Italiänischen und Französischen Versen, be-schrieben hat. Sie ist 17M gedruckt, uud unter den Rcisebeschreibuii-gcn in unserer Bibliothek.
David VinckboonS oder NinkbocnS.
Richt Winckcnbooms, wie ihn F. schreibt, welcher auch ganz ge-wiß fälschlich von ihm sagt: daß er ungefähr 22 schöne Kupferstiche
°) Nc >, e. 7. 3 von Füllcborn herausgegeben i» Lcssings Lebe» I»,(1705) S. 387.
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