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11 (1839)
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Kollektanccn zur Literatur.

lehrtcr, denn als ein Genie, mehr für die Studicrstubc als für dasTheater geschrieben; und er räth ihm ab, sich weiter mit dem Theaterabzugeben, und lieber das Lolk zu unterrichten, als es zn belustigenj» suchen. _

Berlin. Bei Berlin , zu Charlottcnburg, steht die Sammlungalter Werke, welche der Kardinal Polig nac zu Rom gemacht hat.Das bekannteste sind eilf Figuren, welche der ehemalige Besitzer eineFamilie des LykomedeS getauft hat; das ist, Achilles in Wcibcr-kleidcrn unter den Töchtern des LykomedeS versteckt. Man muß aberwissen, daß alle äußere Theile dieser Figuren, besonders die Köpfe,neu, und, was das schlimmste ist, von jungen Anfängern in derfranzösischen Akademie zu Rom , gemacht worden sind. Der Kopf dessogenannten LykomedeS ist das Bild des berühmten Hrn. von S losch.Das beste Stück daselbst ist ein sitzendes Kind von t^rz, das mit denKnochen spielt, welche die Griechen Asiragali, und die Römer /»/,'nanntcn, und die anstatt der Würfel dienten. (Winkclmann v.Emvf. des Schönen, S. 10.) Vergl. den Art. PolignakischeSK a b i n e t.

Ritter Vernini. Drei von seinen schönsten Gruppen sind inder Nilla Borghcse. Die erste: Duviilis ^u^nam ineuntiü eum l^o-liallll» (^siile. Oj>r>s liae eczuiti5 />«,i^e»/!t /5e,,-int ekt, czui suiiuliu» ljeliueslionem in Dgvitiis lleilit eanile. (^/»nM, eciit. Ua-veio. s>. 24.) Die zweite: iolißne upus, et maAniluiline cousj>!<:uu»>,i» izuo eeriütur Apollo peiteezuen8 Daplineu kugientem, czu-ie jan>iuui i eoitiee «jieiiii ioei^ik. Imziouitur in^vuli Iiali ex eaninciomsim»re, ornslo «Ziveilis oolorilius, laixzuain aeu pielo. Inseiiuslii tculpti veilus le^untur:

<^uisyui8 amang le^uicur kugilivge xaulZia kormae, ?i<in^e msnus implet, lmecas l">:u eai'^it smaias.(/lte»>, p. 27.) Die dritte: exllidet ^eueain 'I'-ojanum, ^iulrem^nellil'em Iiumeris sereulem, «zui ileos I^enates lecum porlat, vaivojuxts tec^ueote ^tesnio.

Vor dem Raphael waren alle Figuren gleichsam schwindsüchtig;durch den Bernini wurden sie wie wassersüchtig." (Winkelm. v.(5mpf. d. Sch. S. 11.)Weil die Baukunst weit leichter ist, alsdie Bildhauerei, so konnte Bernini , ohne Gefühl des menschlichenSchönen, ein großer Baumeister seyn, welches Lob derselbe in derBildhauerei nicht verdient." (vbenv. S. 22.) ^