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Kollektaneen zur Literatur.
Ich sage, ich will mich nicht hierauf berufen; weil die zwei Schrif-ten/ auf welche man sich deSfallS bezieht, leicht nur bloß dergleichenEinkleidungen sevn dürften, ohne daß die Streitigkeiten jemals wirk-lich so gehalten worden, wovon ich in ihnen selbst mehr Spuren auf-suchen müßte. Denn sie sind mir wenigstens dadurch verdächtig, daßbei dem ArchclauS die Philosophen nicht allein wider den ManeSsind, sondern auch beim Origencs sich sogar EutropiuS zur christ-lichen Religion bekehrt. Anderer Punkte der Unwahrscheinlichkcit zugeschweige». Wie denn auch Fricdcrtct, der eine eigne Dissertation:l?tnloloplios Lenliles cnvlrovelliaruru kiciei ir> veteii Liirilti eccle-La grbilri, zu Leipzig 1723 gehalten hat, aus der ganzen Kirchengc-schichte nicht mehr als diese zwei Beispiele anzuführen weiß. Dochbringt er auSdrüklichc Zeugnisse bei, welche diese Gewohnheit sonstbekräftigen; nämlich- t. des CvrilluS aus dem vierten Jahrhun-derte, <üateeli. VI, kjuao 6e I>I»n!iroiiia I)ei agit, n. XV. cM.7Ao. Wittes, i>. 96; und ?. des PhotiuS. S-c'a.^, Ili». I.ilt.8c,-. Lcel. ?. I. p. 100. Wiescmann in s. Nlemoiai>Ii. LccI. llill. l'.I. 8cct- I. §. 19, p. 200, sagt davon, daß cS cxcwjilc» lcauilalvso,oeo kacile exculancio, geschehen sey. Und wen» er hierin auch Rechthätte, so würde der Satz dennoch bestehen, weil hier nicht von heidni-schen Philosophen, sondern von christlichen die Rede ist, gegen welchedie Einwendung des Hasses und der Unwissenheit nicht gilt.
Rcmbrandt, Die Rcmbrandtische Manier schickt sich zu nie-drigen, possierlichen »nd ekeln Gegenständen sehr wohl. Durch diestarken Schatten, welche durch den Vortheil des unreinen WischenSoft erzwungen werden, errathen wir mit Vergnügen tausend Dinge,welche deutlich zu sehen kein Vergnügen ist. Die Lumpen eineszerrissenen Rockes würden, durch dc» feinen und genauen Grabsticheleines Wille ausgedrückt, eher beleidigen als gefalle»; da sie doch inder wilden und unflcißigcn Act eines Rcmbrandt wirklich gefallen,weil wir sie uns hier nur einbilden, dort aber sie wirklich sehen würden.
Hingegen wollte ich hohe, edle Gegenstände nach Rcmbrandt'SManier zu behandeln nicht billigen. Ausgenommen solche hohe, edleGegenstände, in welchen Niedres und Edles verbunden ist. Z. E dieGeburt eines Gottes in einem Stalle, unter Ochsen »nd Eseln. Undsolche, mit welchen die Dunkelheit für sich verbunden ist.
Moses Mendelssohn , dein ich diese Gedanke» mittheilte, ant-wortete mir: „Sie habe» vollkommen Recht. Denn wenn uns schon„bei hohen und edeln Gegenständen die Skizze» oft besser gefalle»,