Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
412
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412 Entwürfe zur Fortsetzung der Briefe a»iig»arischc» Inhalts.

Das zweyte Kennzrichen, an welchem alte geschnittene Steine vonneuern zu unterscheiden, sagt Maffci, sey die Farbe und die Beschaf-fenheit des Steines selbst.

Wenigstens kann diese oft zu einem Verdachte Anlaß geben. Allzukostbare, in Ansehung ihres FeuerS oder ihrer Farben allzu schoneSteine, habe ich gezeigt, ließen die Alten nicht gern von der Kunstverletzen. Von einigen sagen sie uns ausdrucklich, daß sie nie geschnit-ten werden, oder daß sie nicht geschnitten werden können. Die sie amhäufigsten schnitten, waren von den geringern Gattungen, welche diedoppelte Eigenschaft haben, daß sie sich weder der Sculptur zu sehrweigern, noch das Wachs zu fest halten. Von diesen Gattungen abernahmen sie die reinsten und beste», die sie finden konnten.

Ich hoffte hiervon viel Merkwürdiges zu lesen, in den Anmer-kungen, welche Robert Dingley über die Edelsteine, besonders solche,auf welche die Alten zu graben Pflegten, der Englische » Societät mit-getheilt hat. Aber ich betrog mich. Der Gelehrte, der sie übersetzteund dem Hamburgischc» Magazin (°) einverleibte, hat sie mit vcrschie-denen Noten begleitet, die von seiner Kenntniß auch in diesem Theileder Naturgeschichte und von seinem Scharfsinne überhaupt zeigen.Allein er hätte deren ungleich mehrere machen müssen, wenn er alleUnrichtigkeiten seines Originals hätte anzeigen und verbessern wollen.Ich will einige Beweise davon geben.

Der Stein, sagt Dingley, den man am meisten gegraben findet,ist der Beryll, nach diesem folget der plasm oder schönste Smaragd,alsdann der Hyacinth; den Chrysolith findet man bisweilen, abersehr selten gegraben, wie auch, aber sehr selten, den Krystall oderorientalischen Kiesel, den Granat und den Amethyst."

Am meisten den Beryll! Ganz unerhört. Der Beryll ist eindurchsichtiger meergrüner Stein, der in seinen Unterarten mehr oderweniger in das Gelbliche spielt. So beschreibt ihn Plinius ; so habenihn die Neuern angenommen. Doch so einen Stein meynt Dingleynicht; sein Beryll ist entweder roth, oder gelb, oder weiß. Jenes,sagt er, war der Beryll der Alten. Und wer sind denn die, welchediesen Namen einem ganz andern Steine beylegen dürfen ? Leonard»»,Stella, Agricvla, CäsalpinuS, Gesner, Boot, Lael, Nicol, und wiesie alle heißen, sind es nicht. Auch die noch neueren Naturalisten

Brouillon, als in einer reinern Abschrift von seiner eigene» Hand, gesunde»hat, ob er gleich fünfzigster Brief überschrieben war. Eschenburg .(") Band IN. S. L40.