Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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Zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur,von den Minnesängern bis auf Luthern .Größtcntheils aus Handschriften der Herzoglichen Bibliothek.Angefangen den Isten August 1777. °)

Bon den Minnesängern bis zu Luther» ist ei» weiter Weg. Ichhalte nie der Muße genug, um zu sehen, ob dort auch Siosc» anden Dornen wäre». Du mußt ihn auf deiner Wanbcrschaft gehen."

Klopstock an den, welcher die Geschichte unsrerSprache schreiben wird. Eclehrlcnrcp. S. 170.

'ch fange mit dem vierjehnten Jahrhunderte an, als der Stammder sogenannten Minnesänger bereits geraume Zeit abgestorben war.Wann hörten die Minnesinger eigentlich auf?Und was war die Ursache ihres AufhorenS?

1. Die Frage ist von den Minnesingern, und nicht von den Dich-tern überhaupt. Daß die Dichter überhaupt von der Epoche derMinnesinger an bis auf Luthern nie aufgehört haben, ist eben

' zu erweisen; aber wohl jene erotische.

2. Sie hörten nicht nach und nach ans, wie alle Dinge in derWelt, sondern gleichsam durch eine plötzliche Unterbrechung.

3. Welche die Aufnahme der Dichtkunst nur in der Ermunterungund dem Beyspiele der Großen suchen, und daher die Regierungder Schwäbischen Kayser auch hier zur Triebfeder machen, wer-den sagen, daß der Untergang eben dieses Hauses mit dem TodeConradins 1268 auch den Untergang der Deutschen Poesie ver-anlaßt habe. Aber eS ist noch gar nicht erwiesen, daß einSchwäbischer Äayser irgend etwas für Deutsche Dichter undDichtkunst gethan habe, oder gar so viel gethan habe, daß deraufhörende Einfluß desselben in Teutschland so allgemeine Folgenhätte haben können.

4. Es muß also ein andrer Umstand dazu gekommen seyn, der dieerotische Muse in Teutschland schweigen machte; unter mehreren

") Lebe» in, S. 70.