Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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469
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Zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur -c. 469

z. B. das Interregnum, welches auf die Schwäbischen Kayserfolgte, und ganz Teutschland in die äußerste Zerrüttung setzte.6. Es ist zu vermuthen, daß vielleicht auch die erste Erscheinung derGeißelbruder um 12l>0, die sich sehr bald aus Italien nachDeutschland verbreiteten, eine von den mitwirkenden Ursachen ge-wesen sey. Wenigstens hatte diese abergläubische Sekte in Ita-lien selbst diese Wirkung. Denn der Aonsetius pgöuaous(beym IlrtliLo 1°. I.) sagt ausdrücklich: Lilnerunt luno tem-poris omnia mulicae iottrumevls et gmstoriae canlileoae.Lola eaotio poeuilentlae IvFuliris uulZiebatur ulii^ue tam incivilatibus izusm in villis. ES käme darauf an, auch beyTeutschen Geschichtschreibern eine ähnliche Stelle aufzufinden.1300.

Und hier stößt mir sogleich Trimberg auf, der seinen Rennerum 1300 oder 1303 schrieb. AuS ihm voraus die Stelle, wo dieguten Tichter des vergangenen Jahrhunderts genannt werden, die da-mals schon anfingen, vergessen zu werden; berichtiget aus unser»Handschriften des Renners.

1173. Gcilikeit lucer und unkcnsch

Mutwill und unzinilich tcusch

Haben niangcn Herren also besessen

DaS sl der weis gar haben vergesst»

In der hicvor edel Herren snngc»1180. Bon Borenlaub und von Morungcn

Bon Limpurk und von Vvindcsper'

Bon Neiff Vvildome und von Brauner'

-Her Walter von der Vogelweid

Wer des vcrgcß des wer mir leid

1180. Botenlaub, Graf Otto von Bottcnlaube, von dem einige Stro-phen in dc» Ma»css. Minnesinger» i. 16. 16. Heinrich vonMorungcn, dessen Fragmente rbcnd. I. 4957.

118t. Bon Limpurk, der Scheute vo» Limburg . Ebcnd. 67 69.Windcsvck oder Winsbeck ist bekannt.

1t82. Neiff ist ohne Zweifel Gottfried von Niffe», dessen Fragmenteebend. S. 22. 23.

Wildomc ist sicherlich der von Vvildonic, (ein undcutschcr Namc)dessen Fragmente ebcnd. S. 193. Im Frankfurter Druck steht stattNeiff Wildomc, Niefertauwe. (Von dem von Brauner' tonnteLcssing nichts finden. Fülleborn.)

1183. Her Walter von der Vogclweid. S. Mimics.l. S. 101-142.