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11 (1839)
Entstehung
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503
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Neue Hypothese ilber die evangelisten.

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in Zndäa, welche Christe» wurde», bliebe» ja allerdings hartnäckig beydem Gesetze. Ich glaube also, daß hier für iioquaizusm zu lesen sey»e-luicquiii», inc-issum, umsonst, vergeblich.

Und daß wirklich Matthäus für die Nazareuer, das ist, für Jndcn^christcn, die Mosc» und Christum verbinden wollen, geschrieben, ist ausV, 1720. zu sehen, wo er Jesum etwas sagen läßt, das ih» keinandrer Evangelist sagen läßt, und freylich wohl die Nazarener so hart-näckig machen mußte. Besonders V. 17. wo es nur lächerlich ist, an-statt des Mosaischen Gesetzes überhaupt das Sittengcsctz allein zu verste-he». Die Auslegung des Babylonischen Talmuds ist unstreitig die wahre.S. das Enql. B. W.

Wir haben jezt freylich Ursache, ja wir können Recht dazu haben,diese Stelle jczt anders auszulegen: war es aber den ersten Zudcnchri-stc» zu verdenken, sie so zu verstehen?

Eben so haben Marcus und Lucas den Befehl ausgelassen, denMatthäus x, 3. 6. den Heiland seinen Junger» geben läßt, die er aus-sandle zu heile» und Wunder zu thu».

§- 30.

Viertens wird damit der ganze Streit über die Grundsprache desMatthäus auf eine Art geschlichtet, daß beyde Theile damit zufriedenseyn können. Diejenigen sowol, welche, zufolge des cinmüthigen Zeug-nisses der Kirchenväter, behaupten, die Grundsprache des EvangcliiMatthäi sev hebräisch gewesen: als auch die neuern protestantischenDogmatikcr, die ihre Bcdcnklichkcitcn dagegen haben und haben müssen.

§- 3l-

Ncmlich: das Original des Matthäus war allerdings hebräisch;aber Matthäus selbst war nicht der eigentliche Urheber dieses Originals.Von ihm, als von einem Apostel, konnten sich zwar in dem Hebräi-schen Originale mancherley Nachrichten hcrschreiben: er aber selbsthatte diese Nachrichten nicht schriftlich verfaßt. Andre hatten sie ausseinem Munde hebräisch niedergeschrieben und mit Nachrichten derübrigen Apostel verbunden: und aus dieser menschlichen Sammlungmachte er zu seiner Zeit blos einen zusammenhängenden Auszug ingriechischer Sprache. Nur weil sein Auszug, seine Ucbersehung, so baldauf das Original folgte; weil er selbst eben sowol hebräisch hätte schrei-ben können,- weil es, seinen persönlichen Umständen nach, wahrscheinli-cher war, daß er wirklich hebräisch geschrieben, war es kein Wunder,daß man gewissermaßen das Original mit der Ucbersehung verwechselte.

K. 32.

Und wie viel diejenigen neuern Eoltcsgelchrten dabey gewinnen,welche aus innern Kennzeichen des Matthäus und aus nicht uncrhcbli-