gegen Herr» Hanptpastor Eöze.
„theidiget, nein! das hatte er nicht nöthig, denn es war kein Verbot„da, sondern anpreiset.
Ich- Ich kenne diese cöllmsche Bibel recht gut, und habe sie nichterst hier in der Bibliothek dürfen kennen lernen. Denn ich kannte sieschon, als ich noch blos die alten Bibeln wegen der Holzschnitte durch-suchte, und erinnere mich gar wohl, wie sehr ich mich freute, als ichin der Lorrede derselben eine sehr merkwürdige Anekdote zur altendeutschen Kunstgeschichte unvermuthet endeckte, (e) Daß ich sonst da-mals etwas darinnen sollte bemerkt haben, was hier für oder widermich angezogen werden konnte, kann ich nicht sagen. Aber es ver-lohnt sich immer der Mühe, sie aufs neue deSfalls zu durchlesen,und wenn es wahr ist, daß die Lesung der Bibel in der Landessprachedarinnen so angepriesen wird, ein wenig genauer zu erwägen, werdenn dieser Anpreiser ist? Was er denn eigentlich anpreiset? Wem ercS anpreiset? lind wie er es anpreiset, (s)
Er. „Hatten denn etwa Emscr, Dierenbergev/ Eck, besondere„Tisvcnsationen, daß sie mit ihren deutschen Ucbersctzungen des neuen„Testaments und der Bibel an das Licht treten durften? Ich weiß keine.
Ich. Alle drey haben auch nichts weniger als neue Ucbcrsetzun-gen gemacht. Emsers neues Testament ist nichts als Luthers neuesTestament, fast von Wort zu Wort, bis auf die Stellen, von wel-chen Emser glaubte, daß sie Luther verfälscht, oder ihnen nicht Rechtgcuung gethan habe. Dicrcnberczcv und Eck aber, deren lcztcr die-Lutherisch Emscrsche Arbeit ganz beybehalten hat, haben blos dieallen Ucbersctzungen aus der Lulgata ein wenig poliert, und denwahren Sinn der Lulgata gegen Lulhcrn gcrcchtfertiget und wieder-hergestellt. Was brauchten sie hierzu besondere Vispensationcn? lindwirft cs denn Emser nicht Luther,, ausdrücklich genung vor, daßer, Luther, mit seiner Uebersetzung sich eigenmächtig einer Arbeit un-tcnvunden habe, zu der er höhere Erlaubniß bedurft hätte?(g)
Er. „Aber, wird Herr Lcßing sagen: hat man nicht vor dem„Tridentinischeu Loncilio Luthers Ucbcrsctzung auf das heftigste ver-folgt, und solche an vielen Orten gar verbrannt?
Ich. Dieses würde ich vielleicht sagen, wenn ich nichts besscrszu sagen wüßte, und vielleicht auch dann nicht einmal. Denn immerwäre cS doch Pir ein sehr Gözischcr Schluß: „Weil Luthers Ucbcr-„setzung schon vor dem Zridcutiuischcn Concilio verfolgt worden; so„hat die Kirche auch schon vor diesem Concilio alle Ucbersctzungen„der Bibel in gemeine Sprachen ohne Unterschied gcmisbilligcl." Ichbeweise das lczlcrc unabhängig von jener spätern Verfolgung; und
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