Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
532
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Z32 Ueber die von der Kirche aiigtiioimiienc Meynung, -c.

weiß es sehr wohl zu erklären, warum man hier und da nur LuthersUebcrsetznug verfolgte, ohne jemals eine altere auf eben die Art zuverfolge», welche die Genehmigung der Kirche eben so wenig hatte.

Er.Hat nicht Carl der Zte in den Niederlanden durch dieschärfsten Mandate alle aus Luthers Ucbersetzung gemachte hollän>dische Uebersctzungen zum Feuer verdammt, und sind solche aus demGrunde nicht so häufig verbrannt und auf alle mögliche Art vertilgt,daß von vielen Ausgaben auch nicht ein Eremplar übrig geblieben ist?

Ich- Auch das läßt mich der Herr Hauptpastor so sagen, weiler es an meiner Stelle sagen würde; weil er mir am liebsten inden Mund legt, was er am leichtesten beantworte» kann; weil ermir gern die Karten in die Hand spielt, die er stechen kann.

Er.Ich antworte; dieses alles räume ich ein:

Ich. Nicht weil ich es sage: sondern weil cr es mich sagenläßt. Wie treflich der Mann antwortet, wenn cr sich selber antwortet!

Er.Aber ist solches aus dem Grunde geschehen, weil Lutherdie Bibel in die Landessprache übcrsezt hat, oder weil man ibnbeschuldigte, daß er solche seinen Irrthümern zu Gunst ver-fälscht hätte?

Ich. Weder aus jenem Grunde allein, noch aus diesem allein:aus beyden Gründen zugleich. Denn wenn Luther seine Ucbcrsctzuugaus der Grundsprache Lateinisch gemacht hätte; so würde seine lieber-setzung sicherlich nicht mehr und nicht weniger seyn verfolgt worden,als die Uebersetzung des Erasmns. Gleicherweise, wenn er sie zwarTeutsch, aber nur aus der Vulgata gemacht hätte: würde sie zuvcr-läßig eben so wohl ohne alle Verfolgung geblieben seyn, als nur ir-gend frühere Uebersetzungen geblieben sind.

Er.Dieses (die Verfälschung) und nicht jenes (die Ucbersetzuugan und für sich selbst) warf ihm Emser vor.

Ich. Er warf ihm schlechterdings beydes vor. Man sehe noch-mals die Anmerkung (-z).

Er-Und sein (Einsers) Hauptgravamcn ist dieses: er hättenicht allein aus einem verfälschten Hussirischen Exemplare über-sczt, sondern auch selbst hinzugesezt, was ihm gefallen, und in derZeder gelassen, was ihm nicht angestanden hat.

Ich- Ich denke, es ließe sich noch sehr streite», was Emsereigentlich unter dem Wicklesschen oder Hußirischen oder Pickardi-schen Exemplare verstehe, welches Luther vor sich gehabt habe. Daßcr ein Exemplar des lateinischen oder griechischen Textes verstanden,will mir nicht recht zu Kopfe; weil ich nirgends finde, daß mau den