634 Ueber die von der Kirche angenommene Meynung, :c.
keit hat. Aber es sey mir erlaubt, gegen das Faktum selbst noch erstmeine Zweifel zu äussern. (I>)
Er. „Ich besitze- ein sehr seltnes Hieher gehöriges Buch: 8an-„ctuarium prokanig ooelulum, live tiv 8. 8, Lililioium prniniiiiioiielivAua vulgaii, len vernacula, Iraelalus. l!al!!cv piimuiu„conleiiptus, ^nno !l6Z1. a O<i. ^V/co/no /e ^/«»o, 8. 8. I'lieo-„logiae I>ieenliato in sseultatv psrilienli, eonliliario, Lleemolina-„r!o, et ?raeäieglore liexiZ (ülnislianislimi <^c. IXune laline pro-„clit in (Zermania. Ilerbipoli, KIIXÜI^XII. 4.
Ich. Dieses Buch sehr selten? wer sagt denn das? noch habe iches in keinem Verzeichnisse seltener Bücher gefunden; so gemeineSchwarten dergleichen Verzeichnisse auch sonst mit aufzuführen pflegen.In unserer Bibliothek ist es zweymal; und ich habe es in meinemLeben wohl an zwanzig Orten gesehen. Es ist schon wegen der Titel-Vignette so bcruchtiget. (5s ist in Deutschland gedruckt; ein berühm-ter lutherischer Eottesgelehrter hat dawider disputiert: und soll gleich-wol sehr selten seyn! Ein sehr seltnes Buch, das so bekannt ist!Allenfalls könnte das französische Original in Deutschland so hcisscn:aber die lateinische Ueversctzung, die in Wurzbnrg ans Licht getreten!— Doch der Litteratoren haben bcreiiS mehrere die Eitelkeit desHerrn HauplpasiorS belacht, welche alle Bücher, die ihm die gnä-dige Vorsehung Gottes zufließen lassen/ als selten stempelt.Mag er doch! — ich will ihn mit dem eigentlichen Werke bekanntmachen, welches er hatte kennen und anführen müssen, (i)
Er. „Dieser Verfasser theilt sein Werk in Z Theile; in dem er-„stcn will er seinen Satz aus der heiligen Schrift, und in dem zwey-„ten aus den Kirchenvätern der ersten vier Jahrhunderte beweisen; in„dem dritten macht er den Anfang sogleich, aus dem Tridcntinischcn„Toncilio seinen Beweis zu führen. Ein sichtbarer Beweis, daß er„vor dieser Kirchenvcrsammlung nichts gefunden, was er zu seinem„Behufe hätte anführen können.
Ich. Also; weil der nichts gefunden: so ist auch nichts zu fin-den. — Wie doch Ein elender Schriftsteller sich immer inil dem An-dern schüzt!
Er. „Ich glaube nunmehr das Gegentheil von dem, was Hr.„Lcßing vorgegeben, hinlänglich erwiesen zu haben.
Ich. Er glaubt es, denn er ist sich bewußt, daß er hinlängli-cher nie in seinem Leben etwas bewiesen.
Er. „Kann er diese Beweise umstoßen, und mir gegenseitige vor-legen, welche seinen Satz erweisen, so will ich ihm von Herzen danken.