Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
536
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(Segen Seniler.

Lichte vorzustellen, als in welchem der christliche Pöbel sie gemeiniglicherblickt: so werde ich nicht viel dagegen einzuwenden haben.

Denn beydeS kann auch ein Mensch lehren und zur Absicht habenwollen, der nicht jede geoffenbarte Religion, nicht jede ganz verwirft.Mich als einen solchen zn stellen, bin ich nicht verschlagen genug:doch dreist genug, mich als einen solchen nicht zu verstellen.

Wenn man aber sagen wird, daß ich wider die poetische Schick-lichkeit gehandelt, und jenerley Leute unter Juden und Muselmännernwolle gefunden haben: so werde ich zu bedenken geben, daß Judenund Muselmänner damals die einzigen Gelehrten waren; daß derNachtheil, welchen geoffenbarte Religionen dem menschlichen Geschlechtebringen, zu keiner Zeit einem vernünftigen Manne müsse auffallendergewesen seyn, als zu den Zeiten der Kreuzzüge, und daß es an Win-ken bey den Geschichtschreibern nicht fehlt, ein solcher vernünftigerMann habe sich nun eben in einem Sultane gefunden.

Wenn man endlich sagen wird, daß ein Stück von so eigner Ten-denz nicht reich genug an eigner Schönheit sey: so werde ichschweigen, aber mich nicht schämen. Ich bin mir eines Ziels bewußt,unter dem man auch «och viel weiter mit allen lehren bleiben kann.

Noch kenne ich keinen Ort in Deutschland , wo dieses Stück schonjetzt aufgeführt werden könnte. Aber Heil und Glück dem, wo es zu-erst aufgeführt wird.

Gegen Semler.*)

Es hat vw. HochShrwürdcn beliebt, Ihrer sonst ganz ernsthafte»Widerlegung des Wolfcnbüttelschcn Fragments vom Zweck Jesu undseiner Jünger mit einem lustig gründlichen und gründlich lustigem Nach-spiele zu beschließen und zu krönen, in welchem ich die Ehre habe insTollhauS verwiesen zu werden.

Nun bin ich mit dem großen Tollhausc, in welchem wir alle, meinHerr Doktor, leben, zu wohl bekannt, als daß es mich besondersschmerzen sollte, wenn die Tollhäusler der mehrcrn Zahl mich gern inein eignes Tollhäuschen sperren möchten.

Wenn wir von Herrn Semler nicht glauben solle», daß er imGrunde mit meinem Verfasser einerley Meynung sey, so muß er unsohne Anstand deutlich und bestimmt sagen,

"1 Theologischer Nachlaß S.34.