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11 (1839)
Entstehung
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Bibliolatric.

gciitlich nur zu scmcr eignen Beruhigung anstellt, und stch selten dieMühe »immt, ihnen die Runde und Politur zu geben, durch welchesie allein im Publico Umlauf erhalten könne»: war es mir verdrieß-lich, zu einer Arbeit zurückzukommen, die ich einmal für allemal ab-gethan glaubte.

Ich schickte daher in der Eil auch nur einige tumultuarische Sätzevoraus; um wenigstens mit dem Hrn. Hanplpaflor auf das freye Feldzu kommen und da abzuwarten, welche Evolutiones er weiter selbstzu machen, für gut finden würde. Doch was erfahr' ich! Kaum siehtder Hauptpastor, daß ich mich doch wirklich einzulassen gesonnen: alser sein Lieblingsmanövre macht, mir auf einmal den Rücken kehrt,und unter einem impertinenten Siegsgeschrcy herzhaft abmarschieret.

Aber warte!" denkt der Kanzelheld.Ich will dir schon einenandern auf den Hals schicken."

Und wahrlich; ein dritter, dessen Gelehrsamkeit und Bescheidenheitkaum vermuthen ließen, daß er Gözen naher als dem Namen nachkenne: hat die Treuherzigkeit, sich ihm Gözen! sich Gözensurrogicren zu lassen.

Was kann mich abHallen, den Namen dieses dritten nunuiehrozu nennen, da seine Schrift vor den Augen der Welt liegt? DesHerrn D. und Prof. WalchS zu Göttingcn Kritische Untersuchung vomGebrauche der heiligen Schrift soll zwar, laut einer ausdrücklichenErklärung des Verfassers S. 26. nicht wider mich geschrieben seyn.Aber ich halte sie um so viel mehr gegen mich geschrieben, da sie auseiner so sonderbaren Ursache nicht gegen mich geschrieben seyn soll.Ich kann, sagt der Herr Doktor, die polemische Absicht nicht haben,den Herrn Hofrath Leßing zu widerlegen, weil er bis jezt »ochkeine Gründe angegeben hat, die beantwortet werden könnten."

Also da der Herr Doktor mich nicht bestreiten kann, so will ermir wenigstens in voraus die Waffen aus dem Wege räumen, die ichbrauchen könnte?

Wenn ich nun eile, um doch einige noch habhaft werden zu kön-nen: wer kann mir es verdenken? Er selbst nicht. Denn ich eile zu-gleich, mich auch in seinen Angen zu rechtfertigen. Uud in wessenAugen mich zu rechtfertigen muß mir angelegener seyn, als in denAugen eines Mannes, den ganz Deutschland für den couipetcntesteiiRichter in dieser Sache erkennt.

So sey er denn auch mein Richter: nur höre er mich erst aus!Nur verstehe er mich nicht aus Gözen: sondern aus »lir selber. Und