^jch muß nnn schon vor aller Welt bekennen, daß es mich noch kei-nen Augenblick gereuet hat, die berüchtigten Fragmente herausgege-ben zu haben, und daß ich nicht wohl einsehe, wie ein solcher Augen-blick noch in der Folge kommen könne, wenn ich anders bey gesundemVerstände bleibe.
Verdruß hat mir freylich jener Schritt weit mehr zugezogen, alsein Mensch von meiner TcnknngSart voraus sehen konnte und mochte.Aber genug, daß dieser Verdruß nur von aussen kam; daß mir meinGewissen nichts vorzuwerfen hatte; lind daß die verächtlichsten Men-schen die wohl nicht sind, welche nicht alles voraus scheu möge»/was sie gar wohl voraus sehen könnten.
Vcrläumoungcn sind ja mir Verleumdungen, und thätige Verfol-gungen in Sachen der Religion treffen gemeiniglich nur die, die dar-nach ringen. Ich weiß nicht, was für ein Schwindel diejenigenmchreutheils befällt, die über dergleichen Verfolgungen zu klagen, Ur-sache zu haben glauben. Ich weiß nur, daß Schwindel auch hierSchwindel ist; und der Abgrund, in welchen sie stürzen, an ihremUnglück immer die kleinste Schuld hat.
Was ich gethan habe, habe ich nicht anders als auf die feyer-lichstcn, zuversichtlichsten und unzähligmal wiederholten Aufforderungenunserer EotteSgelehrten gethan, von welchen man mir nur eiu Exempelanzuführen erlaube.
Als mein Freund, Mendelssohn, von Lavater aufgefordert, einChrist zu werden oder zu erklären, warum er es nicht werde, sichgeäusscrt hatte, das Lczlc zu thun, wenn man es ihm zu nahe legte,und Lavater aber es hiezu nicht kommen zu lassen für gut befand,sondern sein wohlgcmcyntcS Cartell zurücknahm, wer war der Theologin Eotlingcn, der es so ernstlich bedauerte, daß :c.--
°) Theologischer Nachlaß S.38.