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Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch. 569
her unwidersprcchlich, weil er gerade ganz andre Schriften namhaft»lacht, wenn er den Christen ihre geheimen Lehrsätze vorrückt. Dashimmlische Gespräch zum Exempel. Wurde CclsuS die Christen wohlaus einer solchen gnostischen Armseligkeit haben überweisen wollen,wenn er die eigentlichen O-ucllen ihres LehrbegrifS gekannt hätte?Wer unsre symbolischen Bücher kennt, wird der einen Einwurf gegendas Luthcrthum aus einem herrcnhnthischen Katechismus hernehmen?
3) Den Jrenäus anbelangend, kann ich mich, wegen der Haupt-stelle aus ihm, auf meine tLrste Folge der nöthigen Antwort tt.beziehen, von der es mir leid sehn sollte, wenn sie Ew. Hochwürdennicht zn Gesichte gekommen wäre. Es ist die ucmliche Stelle, die so-gar Götzen bekannt war; und wem ist sie'S nicht? Aber um somehr steht zu verwundern, daß Männern entwischt, was jeder Knabesehen muß, der construiren kann. Die Worte des Jrenäus sind:Non euim per al!o5 liispolltioaelli oottrao lalulis cognovimus,huaw zier eos, per ssuos Lvaoxelium perveoit a6 oos, <zuock«zuilleiu tune prseeonaverunt, poslea vero per I)ei volunlalemin leripturis noliis Iraclicieruut, suuäamenlum et columnsm litleiuotiige sulurum. Diese Worte sollen sagen, daß die Schriften derGrund und Pfeiler unsers Glaubens geworden? Gewiß nicht! Esmüßte sodann schlechterdings luturis anstatt tulurum; und da derSyntax I^unilamvnlum et eolumnam kuluris zu seyn nicht wohl er-lauben würde: so müßte die Lcränderuug sich noch weiter erstreckenund cS wenigstens heisscn, suuciamonlo et eulumnne knluns; lvcnnJrenäus nicht lieber eine ganz andre Wendung gewählt hätte, fallser das hätte sagen wollen, was man mit einer lutherschen Brille sooffenbar darin» entdecken will. ?ulurum beziehet sich auf Lv-mge-lium; und daß dieses sowol prseconalum, als l'eripturis traclilum,der Grund und Pfeiler unsers Glaubens geworden, ist der eigentlicheSinn des Jrenäus. Was brauche ich mich bey den übrigen Stellenans ihm aufzuhalten? Wer behaupten darf, daß Jrenäus die Schriftunabhängig von der Tradition gemacht; daß er der Meynung gewe-sen, so bald die Schriften der Apostel vorhanden waren, sey cS garnicht mehr darauf angekommen, waS die Apostel mündlich gelehrt;daß er nicht dafür gehalten, nur der mündliche Vertrag der Apostel,so wie er in der liegula Ldei zusammen gezogen und aufbehaltenworden, sey der wahre Grund unsers Glaubens, sey der micntbchrlichcSchlüssel zu den Schriften der Apostel: wer, sage ich, das behauptendarf, der hat den JreuäuS nie im Zusammenhange gelesen; der kannsich kaum die Mühe genommen haben, auch nur die Ockonouiie seiner