Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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570
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Sogenannte Briefe an den Herr» Doktor Walch.

6 Bücher oovlra Il-wi-ok-z mit einem fluchtigen Blicke zu übersehen.Denn wie ist sein Gang in diesen Büchern? Nachdem er die abge-schmackten schändlichen Lehren der Gnostiker an den Tag gebracht undsie vorläufig aus ihrer eigenen Ungereimtheit und mit Vernunftschlüs-seit besinnen: (everli8, ^ui irreligioluZ gllinvenoi-unt leickeolias,alirzuill ^uiliein ex piopria uuius cujus^ue illorum 6oelrir>a, c^uamin 1"uis eonserivIiZ relic^ueiulit; aliczuicl autem ex ralione, univerkisotteolloiiivus nrocellellto) läßt er nicht sein Erstes seyn, sie mani-sollst» prace-niio Lcclelme zu widerlegen? Und was ist dieses vrae-conium Lcele5iao anders als die lieZuIa lidei? oder wie sie JrenäuSlieber nennen wollen, die kogula verilatis, der ««^v riz? a^^k-^a?,den er allen Widerlegungen aus der Schrift vorausschickt, nach wel-chem er allein ausdrücklich prüfen zu müssen versichert, ob eine Schrift-stelle für oder wider die Ketzer gelten könne. Durchaus erst lraeliliound dann otlcolic» ex leripturis. Wäre es nicht gnt, wenn manauch ein wenig auf den Geist des ganzen Buchs sähe, aus dem maneinzelne Stellen anführt, und diese nach jenem vorher prüfte, ob siedas auch sagen konnten, was sie nach den ausgehobencn Worten frey-lich oft wahrscheinlich genung zu sagen scheinen?

Ich will aber diese Erinnerung blos in Rücksicht ans den HerrnHauptpastor Gözc gemacht haben. An das sorglose Nachsprechen, wel-ches ich diesem mit so völliger Zuversicht auf den Kopf zusagen darf,ist bey Ew. Hochwürden gar nicht zu denken. Mit Ew. Hochwürdenist es hier gar etwas anders. Sie mußten nothwendig diese Stelledes Jrenäus hier so beybringen, wie sie die Protestanten gemeiniglichzu nehmen pflegen, wenn man Ihrer Sammlung ähnlicher Stellennicht einen sehr wesentlichen Mangel vorwerfen sollte. Ich bin weitentfernt, mich in einem Studio, welches ich nur bis zu meiner eige-nen Beruhigung getrieben, einem Manne gleich zn dünken, dessenStand und Pflicht cS mit sich gebracht, den größten Theil seiner Zeitund seines Fleißes darauf zu wenden. Ich bin zufrieden, wenn mirein solcher Mann nur zugesteht, daß ich nicht in den Tag hinein plau-dcrc, und keine feindselige Angriffe auf die christliche Religion thue,welches mir jener Schreyer so hämisch Schuld giebt.

Ich hoffe, daß mich Ew. Hochwürdcn sogar von aller Ilntcrgra-bnng der protestantischen Kirche, und namentlich der Lnlhcrschcn, loS-zählen sollen, wenn ich hinzusetze, daß jene ILexula verilalis des Jre-näus, von der ich behaupte, daß sie das, nicht aus der Schriftgezogene, sondern der Schrift als Grundfeste unterzogene GlaubenS -Bckännlniß sey, mir nun auch einzig und allein das ist, was er unter