686 Sogenannte Briefe an den Herrn Doktor Walch-
^----A-c » in dieser Bedeutung nur an diesem Orte vorkommen würde/so müssen die alten Kirchenvater doch ihren Grund gehabt haben, einenähere Anspielung auf daS eigentliche Glaubens-Bekenntniß darin»wahrzunehmen. Denn nicht allein Tertullian erkennet diese, sondernauch Augustinus ; und zwar unter dem ncmlichcn Ausdrucke der ro^nlatillei. Wenn denn auch das Symbolum, wie der Herr Doktor wollen,weiter nichts als ein bloßer geheimer Gruß gewesen, wie ihn nochunsre Handwerker haben: so kann ja wohl w^i^-o-^«^bedeutet haben: diesen Gruß hersagen, um sich dadurch für einenwahren Bruder in Christo erkennen zu lassen.
§- 4.
Oder soll etwa regula liilc-i das Glaubens-Bekenntniß nicht be-deuten? Hat Tertullian die Bedeutung dieses Ausdrucks durch die un-mittelbare Hinzufügung der Sache selbst nicht genug gesichert? HerrD. Walch scheinen, als ob Sie cS gar zu gern leugnen mochten. Dennnicht allein soll noch gar nicht gewiß seyn, daß «avuv und ««v-^v«^--«? das öffentliche Glaubens-Bekenntniß bedeute, sondern dielateinische Benennung, die nach jener unstreitig gemacht ist, (indemTertullian eben sowol regula veiitali-j sagt als i-e^ula lielei) soll nnnwohl einmal eine Sammlung der vornehmsten christlichen Lehren; aberwiederum kein eigentliches Svmbolum anzeigen? Kein eigentli-ches? Nun was gehört denn zu einem eigentlichen? lsiliMai!» verlia,in welchen cS zuerst abgefaßt worden? Und weil die Tertullianischeregula liilei diese nicht hat, soll cS kein eigentliches Symbolum seyn?Wie haben der Herr Doktor hier mich erinnern können, daß cS javerboten war, das Svmbolum aufzuschreiben: iplMcn,8 verliis ver-steht sich aufzuschreiben.
Nun folgt in der Reibe der Väter, welche die Bibel zur Erkennt-niß-Quelle der christlichen Lehren machen sollen, Achanasius. —Athanasius? und wer mehr? Wer sonst, als lauter Männer, mit wel-chen sich die zweyte Periode der Kirche anfängt, und die nur immerzum vierten Jahrhunderte gezogen werden können.
Dieser aller, wenn ick Ew. Hochwürden die Wahrheit gestchendarf, wäre ich mir kaum hier vermuthen gewesen. ES ist wahr, ichhabe überall, was ich behauptet habe, von den ersten vier Jahrhun-derten behauptet. Aber ich habe wirklich geglaubt, daß es erlaubt sey,sich so in Bausch und Bogen auszudrücken, wenn man eigentlich mirdie erste Periode der Kirche meyne, die sich, in Ansehung der äusser»Verfassung, mit der Regierung Constantin des Großen, und in An-sehung der innern, mit dem Nicäischen Concilio beschließt. Ich habe