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Theses aus der Kirchcngcschichte.
zum Christenthum - nothwendig gehöret, sich lediglich an eine solcheVorschrift zu halten?
S- i>-
Oder wenn Christus jene Dinge seiner mündlichen Verfügungwürdigte: warum nicht alles Ucbrige, was die Apostel von ihm leh-ren/ und die Welt von ihm glauben sollte?
§- 10-
Darum nicht, weil keiner solchen Vorschrift oder Verfügung indem neuen Testament gedacht wird?
s 11-
Als ob die Verfasser derselben jemals vorgegeben hatten, alles/ al-les verzeichnet zu haben, was Jesus gethan oder geredet? Als ob sienicht vielmehr gerade das Gegentheil gestanden, ausdrücklich/ wie cSscheinet/ um den mündlichen Ueberlieferungen noch neben sich Raumzu gönnen?
8. 12
Ist es nicht genung/ daß die ersten Christen einen dergleichen vonChristo selbst verfaßten Jnbcgrif aller Glaubens-Lehren/ den sie liogulam üllei nannten / geglaubt haben?
§- 1Z-
Ist es nicht genung/ daß die ersten Väter der christliche» KircheSpuren eines solchen JnbcgrifS, selbst in den Schriften des neuenTestaments/ erkannt haben?
§ 14.
Ist cS nicht genung/ daß sich auch noch von uns bey den Evan-gelisten der Zeitpunkt und die Umstände erkennen lassen, wenn undunter welchen ein dergleichen Jnbcgrif von Christo verfaßt worden?
§- 15.
Und wenn sich endlich gar die Ursache angeben läßt, warum keineausdrücklichere Erwähnung desselben geschieht; warum cS von keinemeinzigen ncutestamcntlichen Schriftsteller angeführt worden: was wollenwir weiter? Entweder wir müssen von der christlichen Religion aufblos historische Gründe nichtS/ gar nichts annchmcn: vdcr wir müs-sen auch das annehmen/ daß es zu jeder Zeit eine authentische Glau-vcns-Formel gegeben hat;
§. 16.
Die mehr enthielt, als die bloße Formel, worauf Christus zu tau-fen befohlen,
s- 17.
Die nicht erst gelegentlich aus dieser Formel erwachse»;