Theses aus der Kirchengcschichtc.
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§- 38.
Und diese Sammlung war ohne Zweifel das sogenannte Evange-lium der Nazarcncr;
s 39.
Oder das Evangelium der Apostel,Z- 4o.
Dessen syrisch-chaldäischeS Original noch im vierten Jahrhundertvorhanden war;
§. 41.
Das kein Kirchenvater jemals als ein untergeschobenes Werk ver-dächtig gemacht hat;
§, 42.
Am wenigsten HieronvmuS, der es in mehr als eine Spracheübersezt-, und zur Verbesserung des griechischen Textes des Matthäusanwendete.
§- 43.
Dieser griechische Text des Matthäus ist selbst nichts-anders, alsdie erste Uebcrsetzung desselben, die Matthäus machte, als er das Evan-gelium zu predigen auSgieng.
§- 44.
Wie denn auch Matthäus wohl der einzige Apostel war, der einedergleichen Uebcrsetzung machen konnte.
§- 45.
Hiermit, dächte ich, wäre der ganze Streit über die Grundsprachedes Matthäus wohl am besten geschlichtet.
§. 46.
Aber nicht allein der griechische Matthäus ist nichts als die Ueber-sehung des Nazarenischcn Evangclii; sondern auch MarcuS und LucaSsind weiter nichts, als abermalige Versuche, jenes erste Geschichtbuchvon Christo in eine allgemeinere Sprache überzutragen; welches pa-pias mit ausdrücklichen Worten meldet.
§. 47.
Hieraus allein ist die Uebereinstimmung zu erklären, welche sichbis in den Worten dieser Evangelisten findet; und aller derer ohneZweifel gefunden hat, die aus gedachter Nazarenischcn Quelle ge-schöpft hatten.
Z- 48.
Nur allein Johannes scheinet sich daran weniger gehalten zu haben.
8- 49.
Dessen Evangelium daher vornemlich das Evangelium des Gei-