Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
605
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Das Christenthum der Vernunft.

§- S.

Man kann dieses Wesen ein Bild Gottes nennen, aber ein iden-tisches Bild.

§. o-

Je mehr zwey Dinge mit einander gemein haben, desto größerist die Harmonie zwischen ihnen. Die größte Harmonie muß alsozwischen zwey Dingen seyn, welche alles mit einander gemein haben,das ist, zwischen zwey Dingen, welche zusammen nur eines sind.

§- 50.

Zwey solche Dinge sind Gott und der Sohn Gott , oder das iden-tische Bild Gottes, und die Harmonie, welche zwischen ihnen ist,nennt die Schrift den Geist, welcher vom Vater und Sohnausgehet-

Z. 11

In dieser Harmonie ist alles, was in dem Vater ist, und alsoauch alles, was in dem Sohne ist; diese Harmonie ist also Gott .

s- 12.

Diese Harmonie ist aber so Gott , daß sie nicht Gott seyn würde,wenn der Vaier nicht Gott und der Sohn nicht Gott wären, unddaß beyde nicht Gott seyn könnten, wenn diese Harmonie nicht wäre,das ist: alle drey sind eines.

§- 13-

Gott dachte seine Vollkommenheiten zertheilt, das ist, er schafteWesen, wovon jedes etwas von seinen Vollkommenheiten hat; denn,um es nochmals zu wiederholen, jeder Gedanke ist bey Gott eineSchöpfung.

§- 14.

Alle diese Wesen zusammen, heissen die Welt.

§. IS-Gott könnte seine Vollkommenheiten auf unendliche Arten zer-theilt denken; eS könnten also unendlich viel Welten möglich seyn,wenn Gott nicht allezeit das vollkommenste dächte, und also auch un-ter diesen Arten die vollkommenste Art gedacht, und dadurch wirklichgemacht hätte.

§- 16.

Die vollkommenste Art, seine Vollkommenheiten zertheilt zu den-ken, ist diejenige, wenn man sie nach unendlichen Grade» des Mch-rern und Wenigem, welche so auf einander folgen, daß nirgends einSprung oder eine Lücke zwischen ihnen ist, zertheilt denkt.