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Z'as Christenthum der Vernunft.
§. 17,
Nach solchen Graden also müssen die Wesen in dieser Welt ge-ordnet seyn. Sie müssen eine Reihe ausmachen, in welcher jedesGlied alles dasjenige enthalt, waS die untern Glieder enthalte»,und noch etwas mehr; welches etwas mehr aber nie die lejte Gränzeerreicht.
§- 18-
Eine solche Reihe muß eine unendliche Reihe seyn, und in die-sem Verstände ist die Unendlichkeit der Welt unwidersprechlich.
§. 19.
Gott schast nichts als einfache Wesen, und das Zusammengcsejtcist nichts als eine Folge seiner Schöpfung.
Z. 20.
Da jedes von diesen einfachen Wesen etwas hat, welches die an-dern haben, und keines etwas haben kann, welches die andern nichthätten, so muß unter diesen einfachen Wesen eine Harmonie seyn,aus welcher Harmonie alles zu erklären ist, was unter ihnen über-haupt, das ist, in der Welt vorgehet.
§. 21.
Bis hteher wird einst ein glücklicher Christ daS Gebiethe der Na-turlehrc erstrecken: doch erst nach langen Jahrhunderten, wenn manalle Erscheinungen in der Natur wird ergründet haben, so daß nichtsmehr übrig ist, als sie auf ihre wahre Quelle zurück zu führen.
§. 22.
Da diese einfache Wesen gleichsam eingeschränkte Götter sind,so müssen auch ihre Vollkommenheiten den Vollkommenheiten Gottesähnlich seyn, so wie Theile dem Ganzen.
§. 23.
Zu den Vollkommenheiten Gottes gehöret auch dieses, daß er sichseiner Vollkommenheit bewußt ist, und dieses, daß er seinen Voll-kommenheiten gemäß handeln kann: beyde sind gleichsam das Siegelseiner Vollkommenheiten.
8- 24.
Mit den verschiedenen Graden seiner Vollkommenheiten müssenalso auch verschiedene Grade des Bewußtseins dieser Vollkommenheitenund der Vermögenheit derselben gemäß zu handeln, verbunden seyn.
§. 25.
Wesen, welche Vollkommenheiten haben, sich ihrer Vollkommen-heiten bewußt sind, und das Vermögen besitzen, ihnen gemäß zu hau-