Der Philosoph auf dcr j-.irchenversammlu»g.
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erweise», auf welchem guten Fuß ehedem zwey Mächte i»it einandergelebt haben, die sich jetzt so gewaltig anfeinden.
Die Nachricht, welche uns GclasiuS in seiner Geschichte der Ni-cäischen Kirchenversammlniig von diesen Hülfstruppen der Philosophiegiebt, mit deren Verstärkung Arius daselbst erschien, ist äußerst merk-würdig. Daß stc alle aus der Schule des PorphyriuS gewesen,scheint mir daher wahrscheinlich, weil ConstantinuS ausdrücklich befahl,daß die Arianer von dieser Zeit an Porphyrianer heißen sollten.
Besonders spielte einer derselben eine ganz außerordentliche Rolle,wenn sich dieser Ausdruck anders auch dahin beziehen läßt, wo sichdie spielende Person in der Hauptsache nur leidend verhält. Er hattenehmlich verschiedene Tage hinter einander mit den versammeltenrechtgläubigen Vätern unter großem Zulauf ganz bewundernswürdiggestritten. Die deutlichsten Stellen der Schrift, welche diese gegenihn vorbrachte», vermochten wider ihn nichts; er hatte Ausflüchteüber Ausfluchte, und entschlüpfte durch seine Sophistereyen meistcntheils,so oft sie ihn am festesten zu haben glaubten. Er ward daher soübermüthig, daß er immer mit----Stolz in die ruhige Ver-sammlung trat und sich — —---
Das Aergerniß ward groß: bis endlich ein ganz ungclchrtcr Mannaufstand (einer von den heiligen Bekennen«, der mit dem Bischofzugegen war) und um die Erlaubniß bat, mit dem Philosophen an-binden zu dürfen. Allein die diesen guten Man» kannten, und wuß-ten wie einfältig und unwissend er sey, verwehrten es ihm ernstlich,um sich nicht den Feinden dcr Wahrheit zum Gcspötle zu mache».Doch dcr Bekcnnev bestand auf seinem Vorhaben, trat mit eins
----und sprach: Im Namen Jesu Christi des Vaters Got-
tes, daß--— dcr Vatcr war, höre die Lehre der Wahrheit,
o Philosoph! ES ist nur ein Gott, der Himmel und Erde und alleswas darin ist erschaffen hat, den Menschen aus Staub gebildet, undalles durch sei» Wort und seinen heiligen Geist erhält. Dieses Wort,Philosoph, ist der Sohn GotteS .
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