Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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Grammatisch - kritische Anmerkungen.*)

Ueber das Wörtlcin Thatsache .

Älit Nccht sage ich: Vvörtlein; denn es ist noch so jung. Ich weißmich der Zeit ganz wohl zn erinnern, da cS noch in NiemandS Mundewar. Aber aus wessen Munde oder Feder es zuerst gekowiuen, dasweiß ich nicht. Noch weniger weiß ich, wie eS gekommen seyn mag,daß dieses neue Wörtlcin ganz wider das gewöhnliche Schicksal neuerWörter in kurzer Zeit ein so gewaltiges Glück gemacht hat; noch,wodurch eS eine so allgemeine Aufnahme verdient hat, daß man ingewissen Schriften kein Blatt umschlagen kann, ohne auf eine That-sache zu stoßen.

Man fand in Lateinischen und Französischen Büchern bey wackernMännern, die an der Grundfeste des Christenthums flicken, daß esganz unwandelbar gegründet sey, weil cS auf ^aeta, lur 6es kails,beruhe, die kein Mensch in Zweifel ziehen könn«.

Nun heißen kaela und 6«8 kaits weiter nichts, als gescheheneTinge, Begebenheiten, Thaten, Ereignisse, Lorfälle, deren historischeGewißheit so groß ist, als historische Gewißheit nur seyn kann.

Tiefe Teutschen Ausdrucke bedeuten alle etwas Besonderes mit,und man müßte nach Schicklichkcit bald diesen, bald jenen brauchen--

Die Endung Irenbey den Zeitwörtern ist nicht ncn. Luther sagt schon stolziren.Statt buchstabircn, sagt er indeß buchstaben.

Ueber Aber und Sondern.Aber, sondern, allein, sind alles drcycS conjunetionos aiZversa-tivae, die der Franzose mit seinem einzigen wai» ausdrückt. Loraber und allein muß zwar, vor sondern (meistens) nicht nur,vorhergehen.Sie ist zwar nicht so schön als diese und jene, abersie ist doch hübsch." Lllo n'olt pss li Iielle, lin'une teile, maisenlin eile ett jolie.Ich habe cS zwar versprochen, allein das nnddas hindert mich, mein Versprechen zn halten." Folglich braucht man

°) Alles folgende aus Lcsfings Leben lll, S. 177 ff.