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Grammatisch - kritische Anmerkungen.
2) Versuch einiger philosophischen Grundsätze, nach welchen die Mund-,arten in einer jeden Sprache können verbessert werden. Eine Ab-handlung von Kn. (ich vermuthe Rnitrel) in dcu Brauuschw. Auz.des Jahres 1750. St. 25.
Sie ist gröfitcntheils mit in Absicht auf die plattdeutsche Sprachegeschrieben, in welcher uns der Verfasser eine» Theokrit wünscht.
3) In dcu Braunschw. Anz. Jahr 1745, St. 2. war die Frage vorge-legt worden: Welches von beyden ist älter, das Plattdeutsche oderdas Hochdeutsche?
Und auf diese Frage findet sich in dem 102. Stück des Jahres 1746eine sehr curicuse Antwort, deren völlig ungenannter Verfasserdas Plattdeutsche ziemlich jung und zu einer Tochter des Hol-ländischen macht, bey Gelegenheit der Holländischen Colouistennehmlich, welche in dem 11. und 12. Jahrhunderte das vonden Lbotritcn verheerte Sachsen und besonders das verlasseneHolstein, als von wannen sich allein über 6(10 Familien imJahre 1066 nach dem Harz gewendet hatten, wieder anzu-bauen und zu bevölkern kamen. Er meinet also, auch dieBenennung komme von den Holländern her, die damals ausdem Platten, oder, wie wir itzt sagen, aus den Niederlandennach Sachsen kamen.
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Probe des plattdeutschen Dialekts um Goslar . Ein Gedicht aufdaS EoSlarische Bier, in den kpili. ilioeinriis IZrückm. Oul.I, 38.
Des Braunschweigischcn. Das Mummcnlicd aus der Oper Heinrichder Vogler . Lrüekm. I, 62.
Glau ist ein Nicdcrsächsisches Wort, welches wir auf alle Weise inunsre Büchersprache aufnehmen sollten. ES heißt so viel als hell,scharf, und wird besonders von den Augen gebraucht. S. Richcy.Ohne Zweifel ist es mit Glauch und Glär verwandt, welches crstrcFrisch durch zzlsueus, so wie das zweyte Henisch durch eael>u8 über-setzt. Und da dieser das Compositum gläräugig davon hat, so seheich nicht, warum wir nicht das Homerische Epitheton der Minerva^«^x-^t? entweder durch dieses gläräugig oder durch glauäugigübersetzen sollten. Hagedorn hätte Gelegenheit gehabt, das Glau be-kannter zu machen, wenn er anstatt
Eine die mit blauen Augen
Mehr als Männcrwitz verband,gesagt hätte: mit glanen Augen.