Grammatisch > kritische Anmerkungen.
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Ueber Provinzialismen.
Die Provinzialismen, welche der Schriftsteller brauchen kann, müs-se» nächst ihren andern zn bestimmenden Eigenschaften auch diese ha-ben: daß man ihren Stamm in einer von den Quellen der Sprachezeigen, und sonach gewiß seyn kann, daß sie keine Ilflcrgeburten desDialccts in neuern Zeiten sind. So sind z. B. Rrume n»d Arustcfür den äußern harten und innern weichen Theil des BrodlcS gutEnglisch . Lliakelp. I^sr. ^Vet. j. lo. 4.— lie luat l<eop8 vor iiiul't nor oruw.
Aiimerkungen über Adcliings Wörterbuch der HochdeutschenMundart.
A.
?lbcr, als ein Nebcnwerl der Zeit, ist so völlig veraltet nicht, undselbst in ^bcrsachscn im gemeinen Leben noch sehr gebräuchlich.Warum sollte man eS also nicht in Schriften brauchen, welche dieSprache des gemeinen Lebens nachahmen? Da es hiernächst inLuthers Bibelübersetzung oft vorkommt, so hat es, wie fast alleungewöhnlichere Wörter derselben, etwas Fcycrliches, das der Dich-ter auch in ernsthaften Stellen sehr gut zu nutzen weiß, lind abererklang die Trommete — Und aber schoß ein Strahl herab —Und aber tief das Gespenst ihm zu. In allen solchen Exempelnwürde das gewöhnlichere Abcrmahl höchst schleppend seyn, unddas gleichbedeutende Wiederum sehr kahl klingen. Ja vielleicht istzwischen Aber und Abcrmahl sogar ein kleiner Unterschied. Nehm-lich dieser, daß Aber iterum, und Abcrmahl ilerumcine bedeutet.Denn eben so wie das Lateinische iterum ilorumyue, braucht Lu-ther aber und abcrmahl.
Ab. Die Bedeutungen, welche diese Partikel den mit ihr verbundenenWörtern giebt, sind sehr wohl entwickelt. Nur IX. 9. ist falsch.Ab zeigt blos die Entziehung, das Aufhören, die Verneinung dessenan, womit es verbunden ist, aber lange noch nicht das Gegentheildesselben. Wir werden es bey den Worten selbst sehen.
Abgott. ES ist nicht zuverlässig, was es mit der Lvrsylbe ab indiesem Worte für eine Bewandniß habe. Hrlwig meynt, es seyvielleicht das Hebr. ^pli, kluoä vilum et vnltum iptum Lgmil-c->t, ut Ut, kiuali Veu8 aölueelabilis. Ich glaube, die Bedeutungist richtig, daß es nicht sowohl einen falschen Gott, einen Götzen,