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Philologischer Nachlaß.
I^ib. I. cap. 1.
8traweota (oder nach Iiul>eniu8 ksmenls) kul>>liure aiZfpeissixuem ex iolervsllo trsliunt. Ich zweifle, ob diese Erscheinung sichso schlechtweg nachmachen laßt. Denn der Schwefel schwitzt jwar ineiniger Entfernung vom Feuer; aber daß er sich entzünden sollte, wüßteich nicht.
Ebend.
8le!Is eine feurige Lufterschcinung, wie allenfalls der Stern derWeisen aus dem Morgenlande könnte gewesen seyn, wenn der Wegnicht ein wenig zn weit wäre.
I^ili. I. cap. Z.
Daß keines auch die in einander laufende Gränze zweyer Farbenbedeuten kann, das sehe ich nunmehr aus einer Stelle des Scneca,wo von dem Regenbogen die Rede ist: Videmus in eo aliqmil slam-niei, slitzui«! lutei, sliyu!<Z eoerulei, <^ olia ia picluroe morlumsuvlilibus lineis cluels. Eine solche Gränze hieß auch (^ommillur!..ES verlohnt sich der Mühe, die ganze Stelle mit unserm guten Ma-nuskripte zu vergleichen.
Ebend.
Bey den Alten muß der Fall nicht ungewöhnlich gewesen seyn,daß sich Leute selbst sahen; aber sie erklärten ihn aus einer Krank-heit der Augen, l^uillsm, sagt Seneca , üoc xeoere valeludinisIsboraot, uk iz»li lilii viileaiilur veourrere, ut uliiquo imaxioemlusm coi-li-mr. Das Raisonnement aber, wie er diese Krankheit er-klärt, will sich mit unsrcr Optik nicht mehr reimen, und man müßteihm eine ganz andre Wendung zu geben suchen, wenn man von die-ser Krankheit selbst richtige und sichere Erfahrungen hätte, und sie ausdem Sehen selbst erklären wollte.
Ebend. eap. Z.
WaS Seneca hier vom Tyrischen Purpur sagt, erinnre ich michnicht sonst wo gelesen zu haben, und es gilt, glaube ich, von unsrerheutigen Purpurfarbe auch nicht, purpuram 'I^riaM: quo melicirlalurioryuo eK, eo o^oriet sltiu» tooeas, ul kulgorem suum vl'tenllal.I^ili. II. eao. I.
Ein merkwürdiges Beyspiel, wie sehr sich die guten Scribcnten derAllen vor den Kunstwörtern der Schule gehütet haben- woraus manzugleich sieht, daß ein großer Theil der Lateinischen philosophischen Ter-minologie ohne Zweifel verloren gegangen, uud Wolf manches barba-rische Wort nicht hätte machen dürfen, wenn wir die Schnlhcfte derallen Philosophen übrig hätten. Lrgo conceuas oiwitek, ex Ins