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Philologischer Nachlaß.
wäre» zwey dieses Namens, welche weder mit einander, noch mit demCyklopen verwechselt werden müssen. Der eine war der PochphemusElatidcs aus Larissa in Thessalien»). Der zweyte war der Sohndes Neptumis und der Europc, der Tochter des TityruS n»d Tä-narnS, der von solcher Geschwindigkeit war, daß er auf den Wellendes Meeres einherlaufen konnte, und kaum die Fußsohlen bcfcuch-tele b). Der erste war es, welcher von den Argonauten in Mystenzurückgelassen wurde, lind von dem andern muß es verstände» wer-den, was Oalerius Flaccus sagt, daß er zwar mit den klebrigenwieder zurückgekommen, aber eben seine» todten Vater ans dem Schei-terhaufen gesunde» habe.
Lt liui pallaiiia piriu, pvl^ulieme, ivveeto
^nle vrliem nrZeoliZ reslat «iepiendeio palris
Iielic>uias: multum tiiwulis ^ia jul'la moralis
Li veuia» e).
Myrmidonicr.Myrmidouia, Myrinidonier, ein Beynahme der Insel Acginaund ihrer Einwohner, wovon sowohl die wahre als sabclhaftc llr-
») Siehe Apollo», «iioa. ^rgo». i. «0—44. (Vcrgl. Hin,!, l. SKZ.1l>) Sluch dieses sagt ^Vpoiioniu-j, und unterscheidet also diese ^olvphcmeumständlich, i. t78 —134. Natalis Tonics hält diese» P. für dc»Cyklopen; aber weder die Beschreibung, die Homer und Thcokrit von demCyklopen machen, paßt auf diesen Tanarischc» Polyphcm, noch die Beschrei-bung, die Apollonius von diesem giebt, auf jenen. Der Homeriscbc P. balledie Gabe gewiß nicht, daß er auf den Welle» des Meeres lausen konnte;sonst dürfte ihm Ulysses wohl nicht so leicht entkommen scvn. Die Redens-art: auf den Wellen des Meers einher laufen, ist ein poetischesBild der äußersten Schnelligkeit. Birgil hat sich dessen ebenfalls bedient,von der Camilla ä,en. V». Los. Er und Apollonius hatten den Homer vorAngen, der von den Füllen des Erichlbonius so sagt, iiina. v. S2» —s».Mau lerne indessen auch hier, wie unglücklich ostcrs der beste Nachahmer ist.Homers Füllen waren Kinder des Koreas , und Apollonius Polvphcm warein Sohn Neptuns- Allein wer war Birgils Camilla? Voilc» <I>- xunle,eine gemeine Sterbliche; und es wird das Wunderbare der Griechen bey demRömer zu Lügen.
cZ ^reoiiüul. l. 436. Burma »» hätte daher seine ganze Nolc überdiese Stelle erspare» könne», und nicht so viel gezwungene An-legungcn undVerbesserungen niachc» dürfe», wen» er nnr dieses doppelte» Polvpbems un-ter den Argonauten eingedenk gewesen wäre. Er würde keine Schwierigkeilgcsnndcn haben, das von dem zweyten Polvphcm gelle» zn lassen, was ausden ersten freylich nicht passen will.