Philologischer Nachlaß.
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sache bey dem Strabo nachzusehen ->). Als Pclcns aus Acgina flüch-tig werden mußte, wandle er sich mit seinen Gefährten nach Thessa-lien; sie ließen sich in Phlhia nieder, und von ihnen bekamen diePhthier den Namen Myrmidonier, unter welchem diese, als ein Theilder Truppen dcS Achilles, bey dem Homer vorkommend). Die Da-tier hat sich in ihrer Uebcrsetzung dieses Dichters nur ein einzigcS-mal diesen Namen beyzubehalten getrauet, nemlich da, wo Agamcm-non von dem Achilles und seinen Völkern in dem Tone der Verach-tung spricht: aus Ursache, weil im Französischen Myrmidon ein lä-cherlichcs Spottwort ist, das einen kleinen unansehnlichen Menschenbedeutete). Man kann ihr Verfahren nicht mißbilligen. Aber manwird wissen wollen; woher dieses Französische M^rmiilon komme. Istes wirklich das ucmliche Wort, mit welchem Homer die tapfern Un-terthanen seines größten Helden benannte? Wie hat eS denn bey denFranzosen eine so verächtliche Bedeutung bekommen können? Manwird umsonst den Menage und Andre hierüber zu Rathe ziehen. —Ich sage, das Französische kl^rmicloa kommt nicht von dem Grie-chischen Bcynamen der Aegineten her, sondern es sollte eigentlichkl^rmilloo heißen. -Vl^rmillooes aber wurden bey den Römern die-jenigen Fechter genannt, die sich eiucr Art von Gallischer Rüstungbedienten, und daher auch Anfangs den Namen Gallier führten cZ).Nun muß man wissen, wie sich die M^-rmillones bey ihrem Fechtenanstellten. Sie setzten sich in eine sehr niedrige Lage, um ihremGegner den Stoß von uuten auf beyzubringen. Man sehe die klas-sischen Stellen beym Lipsius e), nebst der Abbildung, die er davonmachen lassen. Wenn denn aber durch eine niedrige Lage der größteKörper in einen Zwerg zusammengezogen wird: was hat leichter ge-schehen können, als daß man davon den Nahmen kl/iwillo auf jedejwcrgichte Figur, von einem gewissen lächerlichen unternehmenden Wc-
») «eoxi. VIll. i>. m. 43».I>1 Z. B. Ilinit. ». v. «8t.o) Nemlich v. IS».
a? t'ellus in v. Neliilrio. — in yuorum xüleis pilcis ekllxie» invnU.Bon diesem Fische ist auch der Name gekommen, klo^i.'^? lx^s?^llcrcrtc>?. Ilel^cu.
e) 8niur»!U, 8er. lili. II. c. 10. Ich kann zwar nicht bergen, das; dievornchmstcn dieser Stellen dem Lipsius tömicn streitig gemacht werden, z.B.
r»eilu» ^imal, III. c. 43. ^Vulim. prilek. »unt. P.37V. (in utum ULlpIi'l
rcrgl. die Ausgabe des rlaritlus. Doch hat Lipsius Recht, wie aus andernStellen, besonders dem --rl/Z-xcv-lv beym ArlcmidoruS, erhellt.
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