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7 (1839)
Entstehung
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Hamburgische Dramaturgie.

Mann von Stande war. Er spielte aus Licbhabcrcy, und machtesich nicht das geringste Bedenken, öffentlich aufzutreten, um einTalent zu zeigen, das so schätzbar als irgend ein anders ist.Zn England sind dergleichen Ercmpel von angesehenen Leuten,die zu ihrem bloßen Vergnügen einmal mitspielen, nicht selten.Alles was uns dabey befremden sollte, sagt der Hr. von Vol-taire , ist dieses, daß es uns befremdet. Wir sollten überlegen,daß alle Dinge in der Welt von der Gewohnheit und Meinungabhängen. Der französische Hof hat ehedem auf dem Theatermit den Opcrnspiclcrii getanzt; und man hat weiter nichts be-sonders dabey gefunden, als daß diese Art von Lustbarkeit ausder Mode gekommen. Was ist zwischen den beiden Künstenfür ein Unterschied, als daß die eine über die andere eben soweit erhaben ist, als es Talente, welche vorzügliche Seclcnkräftecrfodcrn, über bloß körperliche Fertigkeiten sind?"

Zns Italicnische hat der Graf Gozzi die Zayre übersetzt;sehr genau und sehr zierlich; sie stehet in dem dritten Theile sei-ner Werke. Zn welcher Sprache können zärtliche Klagen rüh-render klingen, als in dieser^ Mit der einzigen Freyheit, diesich Gozzi gegen das Ende des Stücks genommen, wird manschwerlich zufrieden seyn. Nachdem sich Orosmann erstochen,läßt ihn Voltaire nur noch ein Paar Worte sagen, uns überdas Schicksal des Nerestan zu beruhigen. Aber was thut Gozzi?Der Italiener fand es ohne Zweifel zu kalt, einen Türken sogelassen wegsterben zu lassen. Er legt also dem Orosmann nocheine Tirade in den Mund, voller Ausrufungen, voller Winselnund Verzweiflung. Ich will sie der Seltenheit halber unterden Text setzen. (°)

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