Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
73
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Erster Band.

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Es ist doch sonderbar, wie weit sich hier der deutsche Ge-schmack von dem welschen entfernet! Dem Welschen ist Voltaire zukurz; uns Deutschen ist er zu lang. Kaum hat Orosmann gesagtverehret und gerochen;" kaum hat er sich den tödtlichcn Stoßbeygebracht, so lassen wir den Borhang niederfallen. Zst esdenn aber auch wahr, daß der deutsche Geschmack dieses so ha-ben will? Wir machen dergleichen Verkürzung mit mchrcrnStücken: aber warum machen wir sie? Wollen wir denn imErnst, daß sich ein Trauerspiel wie ein Epigramm schlicsscn soll?Immer mit der Spitze des Dolchs , oder mit dem letzten Seuf-zer des Helden? Woher kömmt uns gelassenen, ernsten Deut-schen die flatternde Ungeduld, sobald die Erccution vorbey, durch-aus nun weiter nichts hören zu wollen, wenn es auch noch sowenige, zur völligen Rundung des Stücks noch so unentbehr-liche Worte wären? Doch ich forsche vergebens nach der Ursacheeiner Sache, die nicht ist. Wir hatten kalt Blut genug, denDichter bis ans Ende zu hören, wenn es uns der Schanspiclcrnur zutrauen wollte. Wir würden recht gern die letzten Be-fehle des großmüthigen Sultans vernehmen; recht gern die Be-wunderung und das Mitleid des Nercstan noch theilen: aberwir sollen nicht. Und warum sollen wir nicht? Auf dieseswarum, weiß ich kein darum. Sollten wohl die Orosmanns-spielcr daran Schuld seyn? Es wäre begreiflich genug, warumsie gern das letzte Wort haben wollten. Erstochen und geklatscht!Man muß Künstlern kleine Eitelkeiten verzeihen.

Bey keiner Nation hat die Zayrc einen schärfer» Kunstrich-ter gefunden, als unter den Holländern. Friedrich Duim, viel-leicht ein Anverwandter des berühmten Akteurs dieses Namensauf dem Amsterdamer Theater, fand so viel daran auszusetzen,daß er es für etwas kleines hielt, eine bessere zu machen. Er

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