Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
79
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erster Band.

7!»

Schilderung ist das Hauptwerk des komischen Dichters, undnicht die historische Wahrheit.

Andere Fehler möchten schwerer zu entschuldigen seyn; der Man-gel des Interesse, die kahle Verwickelung, die Menge müßiger Per-sonen, das abgeschmackte Geschwätz des Dcmokrits, nicht deswe-gen nur abgeschmackt, weil es der Zdcc widerspricht, die wirvon dem Dcmokrit haben, sondern weil es Unsinn in jedes an-dern Munde seyn wurde, der Dichter möchte ihn genannt ha-ben, wie er wolle. Aber was übersieht man nicht bey der gu-ten Laune, in die nns Strabo und Thaler setzen? Der Charak-ter des Strabo ist gleichwohl schwer zu bestimmen; man weißnicht, was man aus ihm machen soll; er ändert seinen Tongegen jeden, mir dem er spricht; bald ist er ein feiner witzigerSpötter, bald ein plumper Spaßmacher, bald ein zärtlicherSchulfuchs, bald ein unverschämter Stutzer. Seine Erkennungmit der Clcanthis ist ungcmcin komisch, aber unnatürlich. DieArt, mit der Madcmoiscll Vcauval und la Thorillicrc diese Sce-nen zuerst spielten, hat sich von einem Akteur zum andern, voneiner Aktrice znr andern fortgepflanzt. Es sind die unanstän-digsten Grimassen; aber da sie durch die Ueberlieferung bey Fran-zosen und Deutschen gchciligct sind, so kömmt es niemandenein, etwas daran zu ändern, nnd ich will mich wohl hüten zusagen, daß man sie eigentlich kaum in dem niedrigsten Posscu-spiclc dulden sollte. Der beste, drolligste und ausgcführtcstcCharakter, ist der Charakter des Thalers; ein wahrer Bauer,schalkisch und gerade zu; voller boshafter Schnurren; und der,von der poetischen Seite betrachtet, nichts weniger als episodisch,sondern zu Auflösung des Knoten cbcn so schicklich als uncnt-bchrlich ist. (°)

Achtzehntes Stück.Dc» 3Vste» Imiius, 1707.Den ein und zwanzigsten Abend (Mittcwochs, den '.»OstenMay,) wurde das Lustspiel des Marivaur, die falschen Vertrau-lichkeiten, aufgeführt.

(°) I«M»i5<? «I» lUieiUse ?r!ins»i«, ?. XIV. ltij.