Erster Band.
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Maffci selbst, sein Werk so wenig zu einer bloßen Divinationüber den Euripidcs machen, und den vcrlohrncn Krcsphont inseiner Mcrope wieder aufleben lassen, daß er vielmehr mit Fleißvon vcrschicdncn Hauptzügcn dieses vermeintlichen EuripidischcnPlanes abging, und nur die einzige Situation, die ihn vor-nehmlich darinn gerührt hatte, in aller ihrer Ausdehnung zunutzen suchte.
Die Mutter nehmlich, die ihren Sohn so feurig liebte,daß sie sich an dem Mörder desselben mit eigner Hand rächenwollte, brachte ihn auf den Gedanken, die mütterliche Zärtlich-keit überhaupt zu schildern, und mit Ausschlicssung aller an-dern Liebe, durch diese einzige reine und tugendhafte Leiden-schaft sein ganzes Stück zu beleben. Was dieser Absicht alsonicht vollkommen zusprach, ward verändert; welches besondersdie Umstände von Mcropcns zweyter Vcrhcyralhung und vondes Sohnes auswärtiger Erziehung treffen mußte. Mcropemußte nicht die Gemahlinn des Polyphonts seyn; denn es schiendem Dichter mit der Gewissenhaftigkeit einer so frommen Mut-ter zu streiten, sich den Umarmungen eines zweyten Mannesüberlassen zu haben, in dem sie den Mörder ihres ersten kannte,und dessen eigene Erhaltung es erforderte, sich durchaus vonallen, welche nähere Ansprüche auf den Thron haben könnten,zu befrcyen. Der Sohn mußte nicht bey einem vornehmenGastfrcunde seines väterlichen Hauses, in aller Sicherheit undGemächlichkeit, in der völligen Kenntniß seines Standes undseiner Bestimmung, erzogen seyn: denn die mütterliche Liebe er-kaltet natürlicher Weise, wenn sie nicht durch die beständigenVorstellungen des Ungemachs, der immer neuen Gefahren, inwelche ihr abwesender Gegenstand gerathen kann, gercitzct undangestrenget wi'.d. Er mußte nicht in der ausdrückliche» Ab-
silinUuem onüormissel, scnex l>»i inler mslrei» sUium iolernuiieiu» er»I,Neu» ail Meropem venit, »exaiiü «um s>>ull uuspUem esse, nee eomn»reru>Nlerope creUenü eum esse Mii sui iiilerseclerei», <iui uurwiediN, i» (.'IiiU-eiuicum eum securi ve»U, insei» ul sMum suuiu iiuersieerel, i>u,'M senexcuLiwvil, «k" mslrem » seelere relrsxU. AIvrl>>ie >>ns>>>u»»i invenit, »ee»-sieiiem si>ii UitU»» esse, iil) iuimie» se »leiseenili, letlil eum >>>>«iUe i»xr»Ii»m. Nex I-etus eum rem Uiviiiilm fitcerel, I>(is>>e» sslsu Nmulsvil svIiollisiu vercuslitse, euiuijue iuierleeil, pitiriuuuiuu re^uuio suevlu» esl.