Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
183
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Erster Band. 183

lich aber durch einen Ring bestärket, den man bey dem Acgisthgefunden, und von dem ihr gesagt wird, daß ihn AcgiSth demErschlagenen abgenommen habe. Es ist dieses der Siegelringihres Gemahls, den sie dem Polydor mitgegeben hatte, um ihnihrem Sohne einzuhändigen, wenn er erwachsen, und es Zeitseyn würde, ihm seinen Stand zu entdecken. Sogleich läßt sieden Jüngling, für den sie vorher selbst gebeten, an eine Säulebinden, und will ihm das Herz mit eigner Hand durchstosse».Der Züngling erinnert sich in diesem Augenblicke seiner Acltcrn;ihm entfährt der Name Mcssenc; er gedenkt des Verbots seinesVaters, diesen Ort sorgfältig zu vermeiden; Merope verlangthierüber Erklärung: indem kömmt der König dazu, und derZüngling wird befreyct. So nahe Merope der Erkennung ihresIrrthums war, so tief verfällt sie wiederum darein zurück, alssie siehet, wie höhnisch der König über ihre Verzweiflung trium-phirt. Nun ist Aegisth unfehlbar der Mörder ihres Sohnes,und nichts soll ihn vor ihrer Rache schützen. Sie erfährt miteinbrechender Nacht, daß er in dem Norsaalc sey, wo er ein-geschlafen, und kömmt mit einer Axt, ihm den Kopf zu spalten;und schon hat sie die Axt zu dem Streiche erhoben, als ihrPolydor , der sich kurz zuvor in eben den Vorsaal cingcschlichen,und den schlafenden Aegisth erkannt hatte, in die Arme fällt.Acgisth erwacht und fliehet, und Polydor entdeckt Mcropcn ih-ren eigenen Sohn in dem vermeinten Mörder ihres Sohnes.Sie will ihm nach, und würde ihn leicht durch ihre stürmischeZärtlichkeit dem Tyrannen entdeckt haben, wenn sie der Altenicht auch hiervon zurück gehalten hätte. Mit frühem Morgensoll ihre Vermählung mit dem Könige vollzogen werden; siemuß zu dem Altare, aber sie will eher sterben, als ihre Ein-willigung ertheilen. Zndcß hat Polydor auch den Acgisth sichkennen gelehrt; Aegisth eilet in den Tempel, drcnget sich durchdas Volk, und das Ucbrigc wie bey dem Hyginus.

Ein und vierzigstes Stück.Teil 18tcn September, 17K7.

Je schlechter es, zu Anfange dieses Jahrhunderts, mit demitalienische» Theater überhaupt aussahe, desto größer war der