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7 (1839)
Entstehung
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186
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Hamburgische Dramaturgie.

mit welchem doch die ganze Welt, zu allen Zeiten, eine Artvon Erkennung, eine Art von Versicherung der Person, verbun-den hat. Es hat sehr Unrecht, wenn es nicht will, daß einjunger Mensch, der sich für den Sohn gemeiner Acltern hält,und in dem Lande auf Abcnthcucr ganz allein herumschwcift,nachdem er einen Mord verübt, dem ohngcachlet nicht soll füreine» Räuber gehalten werden dürfen, weil es voraus sieht,daß er der Held des Stückes werden müssewenn es belei-diget wird, daß man einem solchen Menschen keinen kostbarenRing zutrauen will, da doch kein Fähndrich in des KönigsArmee sey, der nicht äo Iiolles Ni^es besitze. Das PariserPartcrr, sage ich, hat in diesen und ähnlichen Fällen Unrecht:aber warum muß Voltaire auch in andern Fällen, wo es gewißnicht Unrecht hat, dennoch lieber ihm, als dem Maffci Unrechtzu geben scheinen wollen? Wenn die französische Höflichkeit ge-gen Ausländer darinn besteht, daß man ihnen mich in solchenStücken Recht giebt, wo sie sich schämen müßten, Recht zuhaben, so weiß ich nicht, was beleidigender und einem sreycnMenschen unanständiger seyn kann, als diese französische Höf-lichkeit. Das Geschwätz, welches Maffci seinem alten Polydor von lustigen Hochzeiten, von prächtigen Krönungen, denen ervor diesen beygewohnt, in den Mund legt, und zu einer Zeitin den Mund legt, wenn das Interesse aufs höchste gestiegenund die Einbildungskraft der Zuschauer mit ganz andern Din-gen beschäftiget ist: dieses Ncstorische, aber am unrechten OrteNcstorische, Geschwätz, kann durch keine Verschiedenheit des Ge-schmacks unter verschiedenen cultivirten Völkern, entschuldigetwerden; hier muß der Geschmack überall der nehmliche seyn,und der Italiener hat nicht seinen eignen, sondern hat gar kei-nen Geschmack, wenn er nicht eben sowohl dabey gähnet unddarüber unwillig wird, als der Franzose.Sie haben, sagtVoltaire zu dem Marquis,in Ihrer Tragödie jene schöneund rührende Ncrglcichung des Airgils:

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