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7 (1839)
Entstehung
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194
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494 Hambiirgische Tramatnrgie.

»ische Gcbictc zu setzen. Sie giebt auch ihr Vorhaben darumnicht auf; sie fodcrt blos nähere Erklärung; und ehe sie dieseerhallen kann, kömmt der König dazu. Der König läßt denAcgisth wieder los binden, und da er die That, weßwcgcnAcgisth eingebracht worden, billiget und rühmet, und sie alseine wahre Heldenthat zu belohnen verspricht: so muß wohlMcropc in ihren ersten Verdacht wieder zurückfallen. Kannder ihr Sohn seyn, den Polyphontcs eben darum belohnen will,weil er ihren Sohn umgebracht habe? Dieser Schluß muß noth-wendig bey ihr mehr gelten, als ein bloßer Name. Sie bereuetes nunmehr auch, daß sie eines bloßen Namens wegen, den jawohl mehrere führen können, mit der Vollziehung ihrer Rachegezaudert habe;

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und die folgenden Aeußerungen des Tyrannen können sie nichtanders als in der Meinung vollends bestärken, daß er von demTode ihres Sohnes die allcrzuvcrläßigste, gewisseste Nachrichthaben müsse. Zst denn das also nun so gar abgeschmackt? Ichfinde es nicht. Vielmehr muß ich gestehen, daß ich die Ver-besserung des Maffci nicht einmal für sehr nöthig halte. Laßtes den Acgisth immerhin sagen, daß sein Vater Polydor hcisse!Ob es sein Vater oder sein Freund war, der so hiesse, undihn vor Mcsscne warnte, das nimmt einander nicht viel. Ge-nug, daß Mcropc, ohne alle Widerrede, das für wahrscheinli-cher halten muß, was der Tyrann von ihm glaubet, da sieweiß, daß er ihrem Sohne so lange, so eifrig nachgestellt, alsdas, was sie aus der bloßen Uebereinstimmung eines Namensschlicsscn könnte. Freylich, wenn sie wüßte, daß sich die Mei-nung des Tyrannen, Acgisth sey der Mörder ihres Sohnes,auf weiter nichts als ihre eigene Vermuthung gründe: so wärees etwas anders. Aber dieses weiß sie nicht; vielmehr hat sieallen Grund zu glauben, daß er seiner Sache werde gewißseyn. Es versteht sich, daß ich das, was man zur Nothentschuldige» kann, darum nicht für schön ausgebe; der Poethätte littstrcilia feine Anlage viel feiner machen können. Son-