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7 (1839)
Entstehung
Seite
263
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Zweyter Band.

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länger auszuhalten. (zu ihr) Wie ist dir, Rutland? 5u gcräthstaußer dir. Ein Wort, ein Bild übcrjagt das andere. Was spielt soden Meister über dich? Ist eS blos deine Königinn, ist es t?sscr selbst,was diese wahre, oder diese erzwungene Leidenschaft wirket? (beySeite) Sie schweigt; ganz gewiß, sie liebt ihn. WaS habe ichgethan? Welchen neuen Sturm habe ich in »icincm Busen erregt? n, s. w.

Hier erscheinen Burlcigh lind die Nottingham wieder, derKöniginn zu sagen, daß Esser ihren Befehl erwarte. Er sollvor sic komme».Rutland, sagt die Königinn,wir sprecheneinander schon weiter; geh mir. Nottingham , tritt dunäher." Dieser Zng der Eifersucht ist vortrefflich. Esscxkömmt; und mm erfolgt die Scene mit der Ohrfeigt. Zchwüßte nicht, wie sie verständiger nnd glücklicher vorbereitet seynkönnte. Esser anfangs, scheinet sich völlig untcrwcrfcn zu wol-len; aber, da sie ihm befiehlt, sich zu rechtfertigen, wird er nachund nach hitzig; er prahlt, er pocht, er trotzt. Gleichwohl hättealles das die Königinn so weit nicht aufbringen können, wennihr Herz nicht schon durch Eifersucht erbittert gewesen wäre.Es ist eigentlich die eifersüchtige Liebhaberinn, welche schlägt,und die sich nur der Hand der Königinn bedienet. Eifersuchtüberhaupt schlägt gern.

Zch, meines Theils, möchte diese Scenen lieber auch nurgedacht, als den ganzen Esscx des Corneille gemacht haben.Sie sind so charakteristisch, so voller Leben und Wahrheit, daßdas Beste des Franzosen eine sehr armselige Figur dagegen macht.

Neun und fünfzigstes Stück.

Teu 24stcn November, 1767.

Nur den Stil des Banks muß man aus meiner Ucbcrsctzungnicht beurtheilen. Von seinem Ausdrucke habe ich gänzlich ab-gehe» müssen. Er ist zugleich so gemein und so kostbar, so krie-chend und so hochtrabend, und das nicht von Person zu Pcrsou,sondern ganz durchaus, daß er zum Muster dieser Art vonMißhclligkcit dienen kann. Zch habe mich zwischen beide Klip-pen, so gut als möglich, durchzuschleichen gesucht; dabey aberdoch a» der eine» lieber, als an der andern, scheitern wollen.