Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
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302
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302 Hamburgische Dramaturgie.

Esser. Mil der, Madame, von der ich weiß, daß sie in IhremVermögen steht, mit der Gnade, mir das Angesicht meiner Köni-ginn sehen zu lassen. Es ist die einzige, um die ich eS nicht zu kleinhalte, Sie an das zu erinnern, was ich für Sie gethan habe. Beydem Leben, das ick Ihnen gerettet, beschwöre ich Sie, Madame, mirdiese Gnade zu erzeigen.

Die Königinn, (vor sich) Was soll ich thun? Vielleicht, wenner mich sieht, daß er sich rechtfertiget! Das wünsche ich ja nur.

Esser. Verzögern Sie mein Glück nicht, Madame.

Die Königinn. Wenn Sie es denn durchaus wollen, Graf;wohl: aber nehmen Sie erst diesen Schlüssel; von ihm hängt Ihr Le-ben ab. Was ich itzt für Sie thun darf, könnte ich hernach vielleichtnicht dürfen. Nehmen Sie; ich will Sie gesichert wissen. (°)

Essex. (indem er den Schlüssel nimt) Ich erkenne diese Vorsichtmit Dank. Und nun, Madame, ich brenne, mein Schicksalauf dem Angesichte der Königinn, oder dem Ihrigen zu lesen.

Die Königinn. Graf, ob beide gleich eines sind, so gehört dochnur daS, welches Sie noch sehen, mir ganz allein; denn das, welchesSie nun erblicken, (indem sie die Maske abnimt) ist der Königinn. Je-nes, mit welchem ich Sie erst sprach, ist nicht mehr.

Essex. Nun sterbe ich zufrieden! Zwar ist cS das Vorrecht desköniglichen Antlitzes, daß es jeden Schuldigen begnadigen muß, deres erblickt; und auch mir müßte diese Wohlthat des Gesetzes zu Stat-ten kommen. Doch ich will weniger hierzu, als zu mir selbst, meineZuflucht nehmen. Ich will es wagen, meine Königinn an die Dienstezu erinnern, die ich ihr und dem Staate geleistet (°°)

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