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Hamburgische Tramalurgic.
Komische», wic scinc Candidatcn beweisen. Wo er aber rüh-rend und edel seyn will, ist er frostig und affcctirt. Hr. Löwenhat seine Schriften gesammelt, unter welchen man jedoch dieGeistlichen auf dem Lqiide vermißt. Dieses war der erstedramatische Acrsuch, welchen Krüger wagte, als er noch aufdem Grauen Kloster in Berlin studierte.
Den neu» und vierzigsten Abend, (Donnerstags, den 23stcnJulius) ward das Lustspiel des Hrn. von Voltaire , die Fraudie Recht hat, gespielt, und zum Bcschlußc des L'Afsichard Zster von Familie? (°) wiederholt.
Die Frau, die Recht hat, ist eines von den Stücken, welcheder Hr. von Voltaire für sein Hausthcatcr gemacht hat. Dafürwar es nun auch gut genug. Es ist schon !>768 zu Carougc ge-spielt worden: aber noch nicht zu Paris ; so viel ich weiß. Nichtals ob sie da, seit der Zeit, keine schlechtem Stücke gespielthätten: denn dafür haben die Manns und Le Brcts wohl ge-sorgt. Sondern weil — ich weiß selbst nicht. Denn ich we-nigstens möchte doch noch lieber einen großen Mann in seinemSchlafrocke und seiner Nachtmütze, als einen Stümper in sei-nem Fcycrklcidc sehen.
Charaktere und Interesse hat das Stück nicht; aber vcrschie-dne Situationen, die komisch genug sind. Zwar ist auch dasKomische aus dem allcrgcmcinstcn Fache, da es sich auf nichtsals anfs Zucognito, auf Vcrkcnnungcn und Mißverständnissegründet. Doch die Lacher sind nicht cckcl; am wenigsten wür-den es unsre deutschen Lacher seyn, wenn ihnen das srcmdc derSitten und die elende Uebcrsctzung das mot pour riro nur nichtmeistens so unverständlich machte.
Den fünfzigsten Abend (Frcytags den 24tcn Zulius) wardGresscts Sidncy wicdcrhohlt. Den Beschluß machte, der se-hende Blinde.
Dieses kleine Stuck ist vom Lc Grand, und auch nicht vonibm. Denn er hat Titel und Intrigue und alles, einem altenStücke des de Brosse abgeborgt. Ein Officicr, schon etwas beyJahren, will eine junge Wittwe heyralhcn, in die er verliebt
l°) S. dcn 17tc» Abcnd Scilc 77.