Druckschrift 
7 (1839)
Entstehung
Seite
392
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Hamburgische Dramaturgie.

^^o-«7-c>; ist zwar frostiger, als witzig gesagt: doch würde maneS wohl überhaupt von einem Dichter gesagt haben, der Cha-raktere zu schildern im Stande wäre, wovon sich in der groß-einfach ist auch mein Stuck; ich habe durchaus nichts aus andern Stückeneingeschaltet; es ist, so lang es ist, aus dem griechische» Stücke genommen,und das griechische Stück ist ganz in meinem Lateinischen ; ich gebe also

kx Inte^rit k-r-veit intepiriun eaiiKiUliim.Die Bedeutung, die Facrnc dem Worte iiuegr-» in einer alten Glosse gegebenfand, das; es so viel scvn sollte, als » »uilo lact», ist hier offenbar falsch,weil sie sich nur auf das erste inie^-i, aber keincswegcs auf das zweyte inle-xr-lm schicken würde. Und so glaube ich, daß sich meine Vermuthung undAuslegung wol'l l'örcn läßt! Nur wird man sich an die gleich folgende Zeile stoßen:

XUVÄM esse osleinli, <Z7 quie ossei

Man wird sagen: wenn Tcrrnz bekennet, daß er das ganze Stück aus einemeinzigen Stücke des Mcnandcrs genommen habe; wie kann er eben durch die-ses Bekenntniß bewiesen zu haben vorgeben, daß sein Stück neu scv, »ovum esse? Doch diese Schwierigkeit kann ich scbr leicht heben, und zwar durcheine Erklärung eben dieser Worte, von welcher ich mich zu behaupten getraue,daß sie schlechterdings die einzige wabrc ist, ob sie gleich nur mir zugehört,und kein Ausleger, so viel ich weiß, sie nur von weitem vermuthet hat.Ich sage nelmilich; die Worte,

Xovui» «.'kl'«! eslemli, A >>U!V essetbeziehen sich kcincsweges aus das, was Tercnz den Vorredner in dem Vorigensagen lassen; sondern man muß darunter verstehen, -v,»»! ^Vediies; »ovuxaber heißt hier nicht, was aus des Tercnz eigenem Kopfe geflossen, sondernblos, was im Lateinischen noch nicht vorbanden gewesen. Daß mein Stück,will er sage», ein neues Stück scv, das ist, ein solches Stück, welches nochnie lateinisch erschienen, welches ich selbst aus dem Griechischen übersetzt, dashabe ich den Aedilcn, die mir es abgekauft, bewiescn. Um mir hierin» ol'ncBedenken bev;ufallc», darf man sich nur an den Streit erinnern, welchener, wegen seines Evnuchus, vor den Aedilcn Halle . Diesen hatte er ihnenals ei» neues, von ihm aus dem Griechischen übersetztes Stück verkauft: abersein Widersacher, Lavinius, wollte den Aedilcn überreden, daß er es nichtaus dem Griechischen, sondern aus zwev allen Stücken des Navins und °PIau-tus genommen habe. Frevlich l'atlc der Evnuchus mit diesen Stücken vielesgemein; aber doch war die Beschuldigung des Lavinius falsch; denn Tercnzl'attc nur aus eben der griechischen Quelle geschöpft, aus welcher, ilmi un-wissend, schon Nävins und Plautus vor ihm geschöpft hatten. Also, umdergleichen Vcrlcumdungcn bcv seinem Heavlonlimorumenos vorzubauen, waswar nalürlichcr, als daß er den Aedilcn das griechische Original vorgezeigt,und sie wegen des Inhalts unterrichtet Halle? Za, die Acdilen konnten dasleicht selbst von il'm gcsodcrt haben. Und daraus geht das

Kovi»» esse »sleiuli, iiuiv esset.